Sport : Steuerfahnder durchsuchen DFB-Zentrale Ermittlungen gegen Schiedsrichter

Berlin - Am Montag ist die Geschäftsstelle des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt am Main von Beamten der Steuerfahndung durchsucht worden. Bei ihren Ermittlungen haben die Beamten Einsicht in die Unterlagen aus dem Schiedsrichterbereich genommen. Nach Angaben des DFB stehen einige Schiedsrichter unter Verdacht, ihre Einnahmen in der Vergangenheit nicht ordnungsgemäß versteuert zu haben.

Generalsekretär Wolfgang Niersbach stellte klar, dass es bei den Untersuchungen „keinerlei Vorwürfe gegen den DFB“ gebe. „Die korrekte Versteuerung seiner Einnahmen obliegt jedem Schiedsrichter selbst“, erklärte er. Mehrere Bundesliga-Schiedsrichter sollen ihre Einnahmen aus Testspielen nicht ordnungsgemäß versteuert haben. In diesem Zusammenhang erfolgten mehrere Wohnungsdurchsuchungen, vorwiegend in Süddeutschland. Auch der DFB soll bereits seit dem Frühjahr von möglichen Unregelmäßigkeiten gewusst haben.

Rechtsanwalt Gerhard Geckle, Chef der DFB-Kommission für öffentliches Finanzwesen und Lizenzierung, zeigte sich hingegen überrascht von der Aktion mehrerer Staatsanwaltschaften und Steuerfahndungen. Schließlich sei das Thema Steuern fester Bestandteil bei Schiedsrichterschulungen. „Es wundert mich, dass es da offensichtlich Hinterziehungsfälle geben soll“, sagte Geckle. Bereits 2009 war der frühere Fifa-Referee Michael Kempter wegen Steuerhinterziehung in mehreren Fällen zu einer Geldstrafe in Höhe von 23 750 Euro verurteilt worden.

Nach dem Bestechungsskandal 2005 und der gerichtlichen Auseinandersetzung im vergangenen Jahr zwischen Schiedsrichter Michael Kempter und dem früheren Referee-Obmann Manfred Amerell um sexuelle Kontakte droht nun ein weiterer Schiedsrichter-Skandal unter dem Dach des DFB. Ausgelöst wurde er laut Polizei durch eine anonyme Anzeige. sid/dpa

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