Sport : Stichwort: Psychotricks

In der Tierwelt gibt es eine Spezies, die gebraucht die Taktik des Sichtotstellens, um bei Gefahr zu überleben.Das hat sich über den Affen wohl in den Menschen vererbt.Im Sport kann das mitunter hilfreich sein.Fußballer führen uns das vor, wenn sie nach einem Foul vor Schmerzen wahrlich kurz vor dem Ins-Gras-Beißen zu sein scheinen.

Im Tennis scheitert das - bis auf Wimbledon - meist am fehlenden Grün.Dennoch beherrschen auch hier viele die Spielarten des Verstellens, was bei Sportwissenschaftlern vornehmer unter die Rubrik "Psycho-Tricks" fällt."Das war doch Taktik", argwöhnte so mancher Zuschauer, als sich Arantxa Sanchez im Endlos-Duell mit ihrer Teamkollegin Conchita Martinez nach 6:1, 0:6 und 0:3 den Oberschenkel ganz fest eintapen ließ.Kurz danach übernahm sie das Zepter und gewann noch 7:5.Tags darauf erschien sie ohne Verband auf dem Court.

Noch drastischer den Part des sterbenden Schwans hatte einst der Österreicher Thomas Muster in Monte Carlo gegeben.Leidtragender war seinerzeit Boris Becker, der eine 2:0-Führung gegen einen scheinbar taumelnden Alpen-Boris nicht zu seinem ersten Titel auf Sand durchbringen konnte.Becker selbst war auch nicht prüde, wenn es galt, mit Gesten, Lamentieren oder Ausbrüchen alle Register einzusetzen.

Vorbild waren ihm die Amerikaner John McEnroe und Brad Gilbert, denen in puncto Psycho-Tricks niemand das Wasser reichen konnte.Sie hatten auch keine Skrupel, den Gegner mal am Netz eins voll "auf den Pelz" zu brennen.Harmloser für die Gegner war der Einfall von Jim Courier, während der Bankpause demonstrativ zu einem Buch zu greifen.Jewgeni Kafelnikow überbrückte eine Toilettenpause seines Gegenspielers, in dem er das Handy aus der Sporttasche holte und telefonierte.

Die Damen sind weniger aggressiv.Ach doch, einmal hat es fast gekracht: als Irina Spirlea und Venus Williams einander beim Kreuzen vor dem Schiedsrichterstuhl irgendwie Luft waren und prompt einen Bodycheck ausführten.

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