Sport : Stielike tut sich keinen Gefallen (Kommentar)

Klaus Rocca

Armer Erich Ribbeck. Da attackieren ihn fast alle, da wird schon über einen Nachfolger spekuliert - und nun rückt auch noch sein engster Mitstreiter von ihm ab. Nicht er, so Uli Stielike, sondern Ribbeck trage generell die Verantwortung für die Nationalmannschaft. Ribbeck stelle die Mannschaft auf und gebe die taktische Marschroute vor. Soll heißen: Nicht er, sondern eben Ribbeck ist für das Desaster des deutschen Fußballs verantwortlich. So einfach ist das.

Nun ist es nicht das erste Mal, dass der Assistent auf Distanz zum Teamchef geht. Nach dem 1:2 gegen die Niederlande gab Stielike forsche Töne von sich, sehr zum Ärger Ribbecks. Ein Rüffel brachte Stielike zur Räson. Freilich nur für kurze Zeit, wie man sieht. Es mache ihm derzeit mehr Spaß, die Jugendarbeit beim DFB zu machen, sagt Stielike.

Das könnte man noch verstehen, bei den vielen Misserfolgen der Nationalmannschaft. Nur, Stielike sollte auch bedenken, welchen Eindruck solche Äußerungen nach außen hinterlassen. Dabei beklagt Stielike selbst, dass die Nationalmannschaft immer wieder mit negativen Schlagzeilen in den Medien erscheine. Er sollte aber auch an die Wirkung nach innen denken. In die Öffentlichkeit getragene Differenzen zwischen Teamchef und Assistent belasten auch die Mannschaft.

Für Ribbeck, den zu Recht oder zu Unrecht Gescholtenen, wird die Luft nun noch dünner, so sehr ihm Egidius Braun, der DFB-Präsident, auch noch wacker den Rücken stärkt. Weitere Misserfolge fallen aber auch auf Stielike zurück. Mag er sich auch noch so medienwirksam aus der Verantwortung stehlen wollen.

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