Sport : Still und leise

Im Trabrennsport bleiben Frauen im Hintergrund

Heiko Lingk

Berlin - Zwei Jahre war der Traber Metal Firecracker alt, als seine Züchterin ihn Katharina Merz anvertraute. Als es dann ernst wurde und Metal Firecracker seine ersten Aufgaben bestritt, machte das Pferd seinem Namen schnell alle Ehre: Der Hengst glänzte auf allen Rennbahnen. Bisher lief der Traber 34 Mal als Sieger über die Ziellinie.

Mit dieser Bilanz gehört der aktuell beste Berliner Traber zu den außergewöhnlichen Pferden, die heute von 13 Uhr an beim Finale der Breeders Crown in Mariendorf an den Start gehen. Doch wenn das Startsignal für Metal Firecracker fällt, wird seine Betreuerin Katharina Merz ausnahmsweise nicht in seinem Sulky sitzen. Obwohl sie mit 40 Prozent über den besten Erfolgsschnitt aller Berliner Sulkyfahrer verfügt. Und obwohl Merz, die in ihrem Rennstall für 21 Traber die Verantwortung trägt, Metal Firecracker kennt wie kein anderer.

Katharina Merz will nicht erklären, warum sie im entscheidenden Moment die Fahrleine ihrem Kollegen Manfred Zwiener anvertraut. Stattdessen begnügt sie sich heute Nachmittag mit einem anderen Pferd und startet in einem Rennen, das geringer dotiert ist. Die Amazone ist es gewohnt, im entscheidenden Moment in die zweite Reihe zurückzutreten. In den 150 Jahren seiner bisherigen Geschichte war der Trabrennsport ein reiner Männersport. Dass es in Wahrheit hauptsächlich Frauen sind, die den Großteil der Arbeit verrichten, wird oft übersehen. So sind mehr als siebzig Prozent des Stallpersonals Frauen Dabei sind die Frauen im Sulky längst ebenbürtig.Doch nach außen hin schlagen sie ruhigere Töne an. Und sie achten bei ihren Pferden in viel emotionalerer Weise auf Facetten, die den Männern oft verborgen bleiben.

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