Stimmen zum England-Spiel : ''Was für ein Haufen Sch....!''

Die englische Presse ist nach dem 1:2 gegen Deutschland mit Teammanager Steve McClaren und Nationaltorwart Paul Robinson hart ins Gericht gegangen. Die beiden sind für die Medien die Sündenböcke.

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Die englische Presse schießt sich auf Steve McClaren ein. -Foto: AFP

LondonEnglands Teammanager Steve McClaren sieht sich nach der 1:2-Niederlage gegen Deutschland im Fadenkreuz der Kritik. Die Presse von der Insel ging nach der neuerlichen Pleite in Wembley nicht gerade zimperlich mit dem Coach um. Auch Nationalkeeper Paul Robinson bekam sein Fett weg. "Robinson schenkt den Deutschen den Sieg", titelte die altehrwürdige Times, der Daily Express nannte den Keeper von Tottenham Hotspur abfällig "Misses Robinson".

Für den Guardian sind McClarens Tage gezählt. "Das Netz um McClaren zieht sich weiter zusammen. Es ist nur noch eine Frage wann - nicht ob - es sich vollständig schließt", schrieb das Blatt.

Der seriöse Independent beklagte die "Nacht des Horrors" und das vernichtende Fazit des Boulevardblatts Sun lautete: "England flößt keinem mehr Angst ein - abgesehen von Fußball-Zwergen wie Andorra und Estland."

Die englischen Pressestimmen im Überblick:

The Times: "Robinson schenkt den Deutschen den Sieg. Nach seinem Schnitzer sitzt England in der Patsche und muss mal wieder mit der Schande leben, von den eigenen Fans mit Buh-Rufen verabschiedet zu werden. Die Niederlage lässt die Sorgen vor den wichtigen EM-Qualifikationsspielen wachsen."

The Independent: "Und wieder hat die deutsche Mannschaft uns die Party versaut! Nur Richards war in dieser Nacht des Horrors ein Lichtblick! Das deutsche B-Team sah gut aus, McClaren aber hat eine schmachvolle Bilanz, sein Torhüter ist in einer Krise und England hat noch kein Spiel in Wembley gewonnen - die Deutschen haben dafür ein Wort: Schadenfreude."

The Guardian: "Es besteht wenig Hoffnung. Wenn McClaren nicht irgendwo einen vernünftigen Torwart und einen guten Mittelstürmer ausgräbt, sind seine Tage gezählt. Das Netz um McClaren zieht sich weiter zusammen. Es ist nur noch eine Frage wann - nicht ob - es sich vollständig schließt."

The Sun: "Robbo jobbo lotto: Was für ein Haufen Sch....! Der rappelige Torhüter schießt in einer desaströsen Nacht für die Three Lions gegen ihren Erzrivalen einen Riesenbock. Die sogenannte Festung Wembley hat bisher ein Unentschieden und eine Niederlage gebracht: England flößt keinem mehr Angst ein - abgesehen von Fußball-Zwergen wie Andorra und Estland."

Daily Telegraph: "Schrecklicher Rückschritt: Vom alten Feind besiegt blieben die Fans aufgebracht zurück, verwirrt von den Entscheidungen des Trainers und verlegen angesichts der überlegenen Technik und Taktik der Gäste: Soviel zur Festung Wembley! England sah aus wie eine Ansammlung von Einzelkämpfern, Deutschland dagegen wie eine geschlossene Macht."

Daily Mirror: "Robinson versenkt England. Aber diese Niederlage erscheint mehr wie ein Unfall, denn als Katastrophe - auch, wenn sie gegen die Deutschen passierte. Die EM-Qualifikation wird über McClarens Zukunft entscheiden, nicht dieses Freundschaftsspiel."

Daily Mail: "Robbos grober Schnitzer: Auf Wiedersehen für Englands ungeschickten Torwart! England muss nun endlich jemanden nach Wembley einladen, der weniger berühmt ist. Das Stadion ist ebensowenig eine Festung, wie es Wimbledon für unsere Tennisspieler ist. Es war aber nicht alles schlecht, obwohl die Deutschen sogar das Singen gewonnen haben."

Daily Express: "Misses Robinson! Der Torhüter machte einen Fehler, der sogar seinem haarsträubenden Patzer gegen Kroatien Konkurrenz macht." (mit sid)

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