Stimmen zum Spiel : Löw: "Es war für mich ganz schlimm"

Was Spieler und Trainer zum deutschen Sieg über Portugal sagen.

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Hinter Glas verbannt. Bundestrainer Löw verfolgt das Spiel mit Chefscout Siegenthaler aus der Loge.Foto: ddp

Bundestrainer Joachim Löw: „Es war für mich ganz schlimm und viel aufregender als am Spielfeldrand. Die Distanz von oben war sehr, sehr nervend. Nach dem Österreich-Spiel wussten wir, dass es Veränderungen geben musste. Gegen die spielstarken Portugiesen war es wichtig, die Räume in der Mitte sehr eng zu machen. Das ist uns gut gelungen. Wir hatten heute mehr Struktur, mehr Organisation und mehr Disziplin.“

Kotrainer Hans-Dieter Flick: „Ich hatte vor dem Spiel mit Joachim Löw gewettet, dass wir ein Tor nach einer Standardsituation machen. Ob ich jetzt doppelt Geld bekomme, nachdem wir gleich zwei Tore nach Standards gemachte haben, weiß ich aber noch nicht. Für mich war es nicht so viel anders oder mit mehr Anspannung verbunden als sonst. Der einzige Unterschied war, dass ich aufstehen durfte. Es war sehr wichtig, dass die Mannschaft gezeigt hat, was Deutschland ausmacht, dass wir eine Turniermannschaft sind. Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute gekämpft. Und Bastian Schweinsteiger, dem wir vorher gesagt haben, dass er die Mannschaft nicht hängen lassen kann, war ausgeruht, hat sich gut vorbereitet und mit toller Leistung alles zurückgezahlt.“

Michael Ballack: „Das Entscheidende war, dass wir etwas verändert haben. Die Kreativität hat gefehlt, die Leidenschaft, die Ideen. Deshalb haben wir umgestellt. Das war der Schlüssel.“

Bastian Schweinsteiger: „Ich bin überglücklich. Wir sind in den Top 4. Das ist sensationell. Wir haben die meiner Meinung nach beste Mannschaft aus dem Turnier gekegelt. Heute haben wir auch für den Trainer gespielt. Man hat gesehen: Wir können Fußball spielen und wir können auch kämpfen. Jetzt wäre Kroatien ein schöner Halbfinal-Gegner, weil wir mit denen noch eine Rechnung offen haben. Und ich werde den Ratschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, den sie mir auf der Tribüne beim Österreich-Spiel gab, annehmen: Sie sagte, ich soll keine Dummheiten mehr machen.“

Philipp Lahm: „Der Glaube ist alles. Sonst ist so etwas nicht möglich. Die Mannschaft hat heute an sich geglaubt und viel Mut gezeigt. Gewonnen gegen Portugal und das Halbfinale erreicht. Was will man mehr.“

Franz Beckenbauer: „Ich habe schon lange die deutsche Mannschaft nicht mehr so konstruktiv gesehen. Wenn sie das durchhalten, ist das Endspiel sicher drin, und im Endspiel ist sowieso alles drin.“ (gol/dpa)

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