Stimmung in der Alten Försterei : Nett war gestern

Mit dem Welpenschutz ist es vorbei: Unions Trainer Uwe Neuhaus kritisiert sein Team scharf nach der zweiten Niederlage. Unzufrieden sind auch die Fans, die das Ziel Klassenerhalt in Gefahr sehen.

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Nach der Niederlage in Paderborn platzte ihm der Kragen: Trainer Uwe Neuhaus ärgerte sich über die "ausgeprägte Dummheit" seiner Mannschaft.
Nach der Niederlage in Paderborn platzte ihm der Kragen: Trainer Uwe Neuhaus ärgerte sich über die "ausgeprägte Dummheit" seiner...Foto: dpa

Die Anhänger des 1. FC Union sind für die bedingungslose Unterstützung ihrer Mannschaft bekannt. Doch nach der 0:2-Niederlage beim SC Paderborn am Freitag wurden die Spieler beim Gang vor die Gästekurve nicht mehr so freundlich wie sonst empfangen. „Mit aller Gewalt Klassenerhalt“, brüllten viele Fans des Fußballzweitligisten. Einige zeigten dabei wütend ihre Fäuste. „Die Fans waren ganz schön sauer“, stellte Stürmer Kenan Sahin fest.

Das Gleiche kann man von Trainer Uwe Neuhaus behaupten. „Das 0:1 mit einem Konter im Auswärtsspiel so einzufangen, das spricht schon für eine ausgeprägte Dummheit in der Mannschaft“, wetterte er. Nach dem 14. sieglosen Auswärtsspiel hintereinander und dem schwachen Start in die Saison wollte der 50-Jährige sich nicht mehr schützend vor seinen Kader stellen. „Im ersten Jahr bei Union habe ich das zu einem bestimmten Zeitpunkt auch mal gemacht“, sagte Neuhaus. Anhand eines von ihm genannten Stufenplanes der Kritik ist der Ernst der Lage in Köpenick abzulesen. „Das Vieraugengespräch ist im Normalfall der erste Gang. Vor versammelter Mannschaft wäre die nächste Stufe. Die dritte Stufe ist in der Öffentlichkeit. Darüber ist kaum mehr möglich, glaube ich“, sagte Neuhaus.

Vor dem Derby gegen Hertha BSC am kommenden Freitag geht Union nicht einfach zur Tagesordnung über. Nach der Rückkehr aus Paderborn hatten die Spieler nur wenige Stunden Zeit, um zum Training zu erscheinen. Den freien Sonntag hat Neuhaus zudem gestrichen. „Wir werden um zehn Uhr eine Besprechung machen, und das Spiel in Paderborn analysieren, um damit fertig zu sein“, sagte er. „Dann bleiben noch fünf Tage bis zur Partie gegen Hertha.“

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