• Stinkefinger nach 1:4 gegen 1860 München: 1. FC Union Berlin: Trainer Norbert Düwel verliert die Nerven

Stinkefinger nach 1:4 gegen 1860 München : 1. FC Union Berlin: Trainer Norbert Düwel verliert die Nerven

Der 1.FC Union Berlin verpasst eine gute Gelegenheit, sich von der Abstiegszone abzusetzen. Trainer Norbert-Düwel wird von Teilen der Fans ausgebuht - und verliert selbst die Fassung.

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Der Jubel der anderen: Union Berlin kassiert eine bittere Heimniederlage gegen 1860 München.
Der Jubel der anderen: Union Berlin kassiert eine bittere Heimniederlage gegen 1860 München.Foto: dpa

Einen aus Sicht des 1. FC Union völlig missratenen Nachmittag machte Norbert Düwel noch ein bisschen schlimmer. Nach der 1:4 (0:2)-Heimniederlage gegen 1860 München verlor der Trainer des Berliner Zweitligisten die Nerven. Düwel zeigte in Richtung Tribüne einen ausgestreckten Mittelfinger. „Es gab zuvor eine persönliche Beleidigung, die weit unter die Gürtellinie ging“, erklärte Düwel später auf der Pressekonferenz. „Es ist in der Emotion passiert. Es sollte nicht passieren, ist aber passiert.“

Die Geste wird Düwels Stand bei den Anhängern nicht unbedingt verbessern. Zumal die Mannschaft gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn aus München eine erschreckende Leistung ablieferte. Schon nach wenigen Sekunden hatte Daniel Haas seine erste Bewährungsprobe. Unions Torhüter, der nach vier Spielen auf der Bank diesmal wieder den Vorzug vor seinem Konkurrenten Mohamed Amsif erhalten hatte, wehrte einen Schuss von Daniel Adlung ab. „Normalerweise sagt man, dass man gut ins Spiel kommt, wenn man eine solche Situation übersteht. Das hat uns aber leider nicht weitergeholfen“, sagte Haas später.

Vor 19 026 Zuschauern hatte der Torwart bereits zur Pause zwei Gegentore kassiert. „Es kann nicht immer sein, dass wir hinten liegen und die Zuschauer brauchen“, ärgerte sich Unions Mittelfeldmann Christopher Quiring. „Wir müssen mal ein gutes Spiel über 90 Minuten abliefern. Aber das bekommen wir einfach nicht hin.“

Verdienter 0:2-Rückstand zur Pause

Die Köpenicker, bei denen auch Verteidiger Roberto Puncec draußen blieb und durch den wiedergenesenen Fabian Schönheim in der Innenverteidigung ersetzt wurde, standen schnell auf verlorenem Posten. Die Münchner ließen dem 0:1 durch Adlung nach neun Minuten kurz vor dem Pausenpfiff durch Rubin Okotie noch das 0:2 folgen. „Wenn man in der ersten Halbzeit überhaupt kein Land sieht, liegt man zur Pause verdient mit 0:2 hinten“, sagte Haas, der am herben Rückschlag im Abstiegskampf aber noch die geringste Schuld hatte. Seine Nominierung begründete Trainer Norbert Düwel so: „Es war eine Sache, die sich in den letzten zwei, drei Wochen angedeutet hatte. Daniel hat hervorragende Leistungen im Training und in den Testspielen abgeliefert. Leistung wird honoriert, auch bei den Torhütern.“

"haarsträubende" Fehler und "Düwel-raus"-Rufe

Der Großteil der Mitspieler von Haas zeigte trotz des Kurztrainingslagers in Kienbaum eine schwache Leistung. Direkt nach Wiederanpfiff zogen die Münchner durch den zweiten Treffer von Okotie und Valdet Rama uneinholbar auf 0:4 davon. Im Stadion machte sich Schockstarre breit. „Wir wollten in der Pause einiges verändern. Wir sind aber eiskalt mit zwei weiteren Gegentoren erwischt worden. Die haben wir 1860 zu einfach geschenkt“, sagte Düwel, der Kapitän Damir Kreilach draußen ließ und zur 46. Minute durch Martin Kobylanski ersetzt hatte. Düwel sagte: „Was wir bei allen Toren an individuellen Fehlern abgeliefert haben, ist haarsträubend.“ Unüberhörbar erklangen nach dem 0:4 von Teilen der Zuschauer „Düwel-raus“-Rufe, die jedoch von den Ultras auf der Waldseite schnell niedergesungen wurden.

Und plötzlich war Union da. Nach dem Anschlusstor durch Sebastian Polter zum 1:4 nach 51 Minuten wachte die Elf auf. Quiring mit einem verschossenen Foulelfmeter, Polter sowie die beiden Joker Björn Jopek und Kobylanski hätten durchaus für ein zweites oder drittes Tor sorgen können. „In den letzten 35 Minuten hat die Mannschaft Charakter gezeigt. Sie hat sich nicht kampflos ergeben“, sagte Düwel.

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