Sport : Stinkstiefel auf Lebenszeit

Christian Hönicke

erklärt, warum Ciriaco Sforza Lautern erneut verlässt Ciriaco Sforza hat am Dienstag einen Rekord aufgestellt. Dabei hat der Fußballer weder besonders viele Tore erzielt noch eine ungewöhnlich große Anzahl an Spielen bestritten. Nein, Ciriaco Sforza verließ gestern zum dritten Mal den gleichen Verein im Streit. Nachdem er die Taktik seines Trainers Michael Henke kritisiert hatte, beendete der 1. FC Kaiserslautern das komplizierte Verhältnis mit dem Schweizer ein weiteres Mal und beurlaubte ihn.

Damit hat Sforza seine eigene Bestmarke überboten, die er mit jeweils zwei unfreundlichen Trennungen vom 1. FC Kaiserslautern (1995, 2000) und dem FC Bayern München (1996, 2002) aufgestellt hatte. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge attestierte ihm bei seinem ersten Abschied aus München, ein „Stinkstiefel“ zu sein, ein talentierter Fußballer zwar, aber auch ein ständig mosernder Querulant, der nur auf seinen Vorteil aus sei.

Sforza hat seither mehrfach beteuert, er sei „ein ganz anderer Mensch“ geworden. Der 35-Jährige bezeichnete sich als „verantwortungsvollen Angestellten“, und als solcher fühlte er sich verpflichtet, die Missstände beim durch die Liga schlingernden FCK intern anzusprechen. Angesichts von 21 Gegentoren in neun Spielen erscheint die Kritik an Trainer Henke nicht ganz ungerechtfertigt, doch Sforzas altes Image war stärker – besonders bei Henke, der Sforzas zweiten Abgang in München als Kotrainer erlebt hatte. Der Stinkstiefelei für schuldig befunden, verlor Sforza erneut seinen Job – unter Umständen zum ersten Mal zu Unrecht.

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