Sport : Störfall im Stadion

Mathias Klappenbach

wundert sich über Fußballexperten bei Sponsoren Sie müssen nicht alles wissen. Aber sie müssen sich auskennen. Diese beiden Sätze stehen über dem kleinen Energie-Abc der EnBW AG. Das drittgrößte Energieunternehmen in Deutschland ist Hauptsponsor des Zweitligisten Karlsruher SC. Und kennt sich nach eigener Meinung wirklich gut im Fußball aus. Deshalb wissen die Energie- Fachleute auch so sicher, dass mit dem neuen Trainer Reinhold Fanz beim KSC die Lichter ausgehen werden. Kraft ihrer großen Fachkompetenz sprechen sie dem Fußballlehrer selbige ab, sportlich und gleich auch persönlich.

Der neue Trainer des Vereins und der Vorstandsvorsitzende des Sponsors haben sich früher schon getroffen, im Fußballverein und dann vor Gericht. Das ist aber nur eine Randgeschichte. EnBW bezahlt dem Verein Geld, damit der für ihn wirbt. So geht zumindest das normale Verständnis von Sponsoring im Sport. Wenn überhaupt Einfluss auf sportliche Entscheidungen genommen wird, dann indirekt und nicht in der Öffentlichkeit. Die Fußballexperten von EnBW sehen das aber anders und tun es auch kund.

Ohne die Versorgungssicherheit – so heißt das in der Energie-Fachsprache – des Sponsors hätte der KSC schon jetzt keine Lizenz mehr. EnBW sieht die Investition, die als großzügige Unterstützung ausgegeben wird, gefährdet. Der Sponsor will in die Bundesliga, statt in die Regionalliga abzusteigen. Dafür, für einen teuren Trainer und noch mehr Einfluss, hätte er auch mehr Geld gezahlt. Gut, dass es der Verein nicht genommen hat.

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