Stoiber & München : Probier’s mal mit Sportpolitik

Edmund Stoibers hat bereits eine eigenmächtige Olympiabewerbung fürs Jahr 2018 formuliert.

Robert Ide

Keine Bundespolitik mehr. Keine Landespolitik mehr. Keine Parteipolitik mehr. Das ist die Perspektive von Edmund Stoiber. Da hat sich Bayerns Ministerpräsident, der gerade außer Dienst gestellt wird, wohl gedacht: Probier ich’s mal mit Sportpolitik.

In einem Brief an das Internationale Olympische Komitee hat Stoiber für München als Austragungsort der Winterspiele 2018 geworben. Dummerweise hat er dabei einige nicht ganz unwichtige Dinge übersehen. Zunächst einmal die Zuständigkeit des Deutschen Olympischen Sportbundes für solche Bewerbungen. Außerdem die in Sport und Politik bislang nicht geklärte Frage, ob es deutsche Winterspiele geben sollte oder nicht doch lieber Sommerspiele, etwa in Hamburg oder Berlin. Ganz nebenbei hat Stoiber noch Salzburgs Olympiabewerbung für 2014 torpediert – zu deren Konzept gehörte die Rodelbahn Königssee, mit der auch München plant. Das IOC hat am Mittwoch gezeigt, was es von Stoibers Nebenbei-Sportpolitik hält. Es hat den Brief öffentlich gemacht und damit zur allgemeinen Belustigung freigegeben.

Edmund Stoiber verteidigt sich nun, er habe ja eigentlich Werbung für Salzburg machen wollen. Vielleicht hat er dabei an Franz Beckenbauer gedacht, der einmal gesagt hat: „In der Politik wird viel gelogen, aber was in der Sportpolitik passiert, ist der Gipfel.“ Apropos Beckenbauer: Es gibt auch Bayern, die sich souverän in den Ruhestand verabschieden.

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