Sport : Stolz verloren

Der Traum vom Triple ist geplatzt: Bayern München verliert das Endspiel gegen Inter Mailand durch zwei Tore von Diego Milito 0:2 und wird trotzdem gefeiert

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Und manchmal enden Dramen eben auch traurig. Oder sollte man nicht von einem Drama sprechen, weil Inter Mailand gestern im Finale der Champions League im ausverkauften Tempel des Bernabeu-Stadions von Madrid ganz einfach zu fest, zu kompakt, zu stark war und deswegen sehr folgerichtig 2:0 (1:0) über den FC Bayern München siegte? Beide Tore erzielte der argentinische Stürmer Diego Milito, der nach entscheidenden Treffern im italienischen Pokalfinale und im letzten Ligaspiel Inter nun auch zum dritten Titel und damit zum Triple geschossen hat, das dem Gegner verwehrt blieb.

„Wir waren nicht so mutig“, sagte Philipp Lahm. Torwart Jörg Butt fand es „bitter, das man eine solche Saison nicht krönen kann“. Es war eben ein schöner Traum, den die Bayern geträumt hatten, der vom dreifachen Triumph in der Meisterschaft, im Pokal und eben in diesem Finale handelte. Und er war ja auch nicht unrealistisch gewesen nach Verlauf der Saison und vor Anpfiff. Nach Anpfiff und vor allem nach Abpfiff mussten die Münchner dann einsehen, dass es gegen diesen Gegner mit nicht ganz so starken Leistung wie zuletzt und der allzu starken Anhängigkeit von den Fähigkeiten ihre Arjen Robben nicht reicht. Inter Mailand ist zurecht der Champion Europas in dieser Saison. Und der FC Bayern München darf zurecht ein stolzer Verlierer sein. Vorzuwerfen lassen müssen sich die Münchner nichts, und sie brauchen auch keinen Fußballgott zu beschreien, der ihnen nicht hold gewesen sei. Inter war an diesem warmen Abend von Madrid nur besser. So einfach ist das.

Verhalten hatten die Bayern schon begonnen, respektvoll, fast ängstlich. Und Inter rüde. Kaum war angepfiffen, als Arjen Robben erstmals am rechten Flügel auf und davon laufen wollte. Er kam nicht weit. Walter Samuel holte ihn von den Beinen, der Start zu einer ganzen Reihe von Attacken, mit denen die Mailänder Münchens Star aus dem Spiel zu nehmen versuchten (siehe Bericht unten).

Es dauerte eine Viertelstunde, bis die Bayern ein wenig mehr Sicherheit in ihre Aktionen bekamen und Hamit Altintop sich mal als Double des gesperrten Franck Ribéry versuchte. Aber sein Solo mit anschließender Hereingabe versandete im Mailänder Strafraum. Wenigstens agierten die Münchner nun und wären nach Flanke Robbens auf den Kopf von Daniel van Buyten sogar zu so etwas wie einer Chance gekommen. Wenn nicht Maicon mit der Hand dazwischen gefummelt hätte. Leider unbemerkt vom Schiedsrichter Howard Webb aus England.

Inter aber stand weiter hinten sicher, das war zu erwarten gewesen. Und Inter startete Offensivbemühungen, das war so nicht gewünscht worden von den Bayern. In der 17. Minute rempelte van Bommel arg plump Diego Milito zu Boden. Den fälligen Freistoß trat Robben enger Freund und Landsmann Wesley Sneijder. Er traf den Kopf von Martin Demichelis, Butt ließ sich auch von diesem abgefälschten Schuss nicht überraschen.

Aber als Warnung hätte dieser Versuch allemal taugen sollen. Aber die Bayern hörten nicht. Oder erst in der 35. Minute, als Demichelis ein Kopfballduell mit Milito verlor. Sneijder spielte Milito dann fein an und er ließ sich das 1:0 nicht mehr nehmen. Der schlimmste anzunehmende Unfall, die Führung für die extrem abwehrstarken Mailänder, war eingetreten. Und fast wäre acht Minuten sogar das 2:0 gefallen, als diesmal Milito auf Sneijder passte, der aber wieder an Butt scheiterte.

Wäre Thomas Müller gleich nach Wiederanpfiff nach starker Einzelleistung nicht an Torwart Julio César gescheitert. Vielleicht. Vielleicht wären dann die alten Kräfte wieder frei geworden. Die Aktion taugte immerhin als kleines Signal, dass die Bayern ihre Bemühungen intensivierten. Bayern drückte, versuchte zu drücken, aber die Kraft und Stärke und Überzeugung des Halbfinales gegen Lyon und des Pokalfinales gegen Bremen, die waren weder zu sehen noch zu spüren. Und Altintop war überfordert in der Rolle des Ribéry. In der 61. Minute reagierte van Gaal, nahm Altintop raus und brachte Miroslav Klose. Es half nichts: In der 69. Minute spielte, na, wer schon, Milito van Buyten schon lächerlich einfach schwindelig und traf vorbei an Butt ins lange Eck. Der Traum war ausgeträumt. Die Fans feierten ihr Team trotzdem.

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