• Stoßen in der Spielunterbrechung Schiedsrichter Amerell über die beiden Roten Karten in Berlin

Sport : Stoßen in der Spielunterbrechung Schiedsrichter Amerell über die beiden Roten Karten in Berlin

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NACHSPIEL

Letzte Minute im Berliner Olympiastadion. Nach einem Foul geraten die Spieler von Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach aneinander. Im Rudel schubst und tritt Marcelinho den Gladbacher Lawrence Aidoo, der schubst zurück. Schiedsrichter Keßler zeigt beiden die Rote Karte. Die Trainer Stevens und Fach klagen hinterher, Gelb hätte auch gereicht. Haben Schiedsrichter kein Fingerspitzengefühl, Herr Amerell?

Doch, aber Fingerspitzengefühl braucht der Schiedsrichter nur bei seiner Frau. In der beschriebenen Situation war der Fall eindeutig. Jörg Keßler hatte keinen Ermessensspielraum, auch wenn die beiden Trainer das anders sehen. Aber das nehmen wir mit einem Lächeln zur Kenntnis. Regel zwölf, Unverhältnismäßiger Körpereinsatz, schreibt die Sanktion vor. Wer in einer Spielunterbrechung seinen Gegner stößt oder schlägt – so lautet die Formulierung –, sieht die Rote Karte. Auch der Versuch wird geahndet. Die Rudelbildung an sich ist nicht strafbar. Jeder Spieler darf sich auf dem Platz hinstellen, wo er will, solange nichts passiert. Die Rote Karte für Aidoo ist ebenfalls berechtigt, obwohl er zuerst geschubst wurde und darauf reagiert hat. Welche Folgen das für die Spieler hat, muss der DFB-Kontrollausschuss entscheiden. Die Sportrichter nehmen den Bericht von Jörg Keßler zur Grundlage, nach gängiger Praxis werden sie sich aber auch die Fernsehbilder anschauen. Ihre Erkenntnisse können dann zu einem unterschiedlichen Strafmaß für beide Spieler führen. Müssen sie aber nicht.

Manfred Amerell (56) erklärt im Wechsel mit Hellmut Krug eine aktuelle Szene des Spieltages der Ersten Fußball-Bundesliga aus Regelsicht. Amerell, der zehn Jahre in der Bundesliga gepfiffen hat, sitzt jetzt im DFB-Schiedsrichterausschuss. Foto: dpa

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