Sport : Strafe rauf oder Strafe runter? Spielmanipulator Sapina steht wieder vor Gericht

Bochum - Den Weg kennt Ante Sapina genau: Am Freitag muss Deutschlands bekanntester Wettbetrüger noch einmal auf der Anklagebank des Bochumer Landgerichts Platz nehmen. Diesmal geht es aber nicht in erster Linie um Bestechungsgeld und Geheimabsprachen. Dass Sapina europaweit Fußballspiele manipuliert hat, hat er bereits im ersten Prozess um den Wettskandal von 2008 und 2009 gestanden. Über die Höhe seiner Strafe muss jedoch neu entschieden werden.

Der 37-jährige Berliner war im Mai 2011 zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil später jedoch in Teilen aufgehoben und zur Neuverhandlung zurück nach Bochum geschickt. Nach vorläufiger Planung soll das neue Urteil am 31. Januar 2014 gesprochen werden. Im Kern geht es um die Frage, ob den meist asiatischen Wettanbietern auch dann ein Schaden entstanden ist, wenn die Wetten nicht funktioniert haben. Das betrifft 28 Spiele, meist aus der zweiten belgischen Liga. Um die Frage nach dem Quotenschaden für die Buchmacher zu beantworten, müssen eventuell Gutachter eingeschaltet werden.

Außerdem muss erneut geklärt werden, ob Sapina nicht doch Mitglied einer Bande war. Dann könnte die Strafe sogar höher ausfallen. Einen Strafrabatt könnte es dagegen geben, wenn die Richter ihn diesmal als Kronzeugen einstufen. Egal, wie das Urteil ausfällt: Für Ante Sapina wird es bereits die zweite Verurteilung in Sachen Fußball-Wettskandal. Er war schon 2005 in die Affäre um den Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelt und dafür später zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt worden. dpa

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