Strafe wegen Friedenssymbolen : Darum hat die Fifa diesmal Recht

Die Fifa bestraft Großbritanniens Fußballverbände für das Tragen von Friedenssymbolen. Das kann man kleingeistig finden oder auch konsequent. Ein Kommentar.

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Die Blume des Anstoßes. Was nicht sein darf, darf nicht sein.
Die Blume des Anstoßes. Was nicht sein darf, darf nicht sein.Foto: dpa

Mann, sind die wieder kleingeistig bei der Fifa! Das wird so mancher Fan denken, wenn er hört, dass der Fußball-Weltverband nun das Tragen von Friedenssymbolen bestraft. Die Verbände von England, Schottland, Nordirland und Wales müssen bis zu 45 000 Schweizer Franken zahlen, weil ihre Nationalmannschaften rote Mohnblüten an ihren Trikots getragen hatten.

Ursprünglich soll die Blume an die Felder Flanderns erinnern, die vom Blut der Soldaten des Ersten Weltkrieges getränkt waren. Heute wird sie in Großbritannien am 21.November in Gedenken an die zahl- und namenlosen Opfer von Kriegen getragen. Die britischen Mannschaften und ihre Fans hatten bei ihren WM-Qualifikationsspielen an diesem Tag Armbinden und T-Shirts mit der Mohnblume getragen, sie auf Leinwänden eingeblendet.

Die Fifa verbietet aber das Zeigen jeglicher politischer oder religiöser Symbole, „ohne das Gedenken zu bewerten oder zu verurteilen“, wie der Weltverband am Montag erinnerte. Aus Großbritannien kam ein Aufschrei und später ein Einspruch: Das sei doch ein harmloses Friedenssymbol, nicht politisch!

Ganz so einfach ist es nicht: 2014 geriet James McClean öffentlich in die Kritik, weil der Stürmer, anders als seine Mitspieler, bei einem Ligaspiel von Wigan Athletic keine Mohnblüte tragen wollte. Die Blume erinnere auch an Tote in Konflikten nach 1945, begründete er. Das könne er als Nordire mit Blick auf den irischen Blutsonntag 1972 nicht unterstützen.

Das Beispiel zeigt: Politik ist komplex. Und nicht alle Menschen haben die gleichen Meinungen und Gefühle, auch die elf Spieler einer Fußballmannschaft nicht. Daher ist es richtig, wenn die Fifa sich und die Profis vor Kontroversen schützt. Auch wenn sie dafür kleingeistig genannt wird.

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