Strafen in der Bundesliga : "Geisterspiele", Geldstrafen und leere Blöcke

Nach den Vorfällen rund um das Spiel gegen RB Leipzig muss Borussia Dortmund mit einer Strafe durch den DFB rechnen. In den vergangenen Jahren wurden schon andere Vereine sanktioniert. Ein Überblick.

Hanno Menke
Die Polizei ist rund um die Spiele der Fußball-Bundesliga jedes Wochenende massiv im Einsatz – manchmal auch im Stadion.
Die Polizei ist rund um die Spiele der Fußball-Bundesliga jedes Wochenende massiv im Einsatz – manchmal auch im Stadion.Foto: Arne Dedert/dpa

Wüste Beschimpfungen, geschmacklose Spruchbänder auf der Tribüne und Dosenwürfe in Richtung RB-Fans – auch drei Tage nach dem Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig sind die Angriffe auf Leipziger Fans das Gesprächsthema in Fußball-Deutschland. Bundesinnenminister Thomas de Maizière fordert eine „schnelle und harte Reaktion der Justiz“ und die wird auch vom DFB erwartet. Der kann zwar nur Vergehen ahnden, die innerhalb des Stadions stattfinden, darunter fallen aber auch die Transparente auf der Südtribüne, die weit über legitime Kritik an RB Leipzig hinausgehen.

Spiele unter Ausschluss der Zuschauer sind eine der schwersten Strafen, die der DFB verhängen kann. In Deutschland gab es am 26. Januar 2004 erstmals ein Spiel der 2. Bundesliga vor leeren Rängen. Die Begegnung zwischen Alemannia Aachen und dem 1. FC Nürnberg musste wiederholt werden, da Gäste-Trainer Wolfgang Wolf durch einen von der Tribüne geworfenen Gegenstand am Hinterkopf verletzt worden war.

Im zweiten „Geisterspiel“ des deutschen Fußballs trafen im Dezember 2011 die Zweitligisten Hansa Rostock und Dynamo Dresden aufeinander. Das DFB-Sportgericht bestrafte Rostock wegen Ausschreitungen im Nordderby gegen den FC St. Pauli. Auch im März 2012 traf es Dynamo Dresden: Das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt musste vor leeren Rängen stattfinden. Der DFB hatte damit auf Ausschreitungen der Dresdner Fans im DFB-Pokalspiel in Dortmund reagiert.

Hertha musste vor der leeren Ostkurve spielen

Hertha BSC blieb 2010 zwar von einem „Geisterspiel“ verschont, musste aber ohne die Unterstützung der Ostkurve spielen. Die blieb nach dem Platzsturm einiger Hertha-Anhänger nach dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg für ein Spiel gesperrt. Zudem durfte Hertha insgesamt nur 25.000 Eintrittskarten verkaufen und musste 50.000 Euro Strafe zahlen.

Geldbußen sind die am häufigsten verhängten Sanktionen. Fast nach jedem Spieltag verurteilt das Sportgericht des DFB Vereine wegen eines Fehlverhaltens ihrer Zuschauer zu Strafzahlungen, meist im fünfstelligen Bereich. Anfang Februar musste der 1. FC Union 30.000 Euro zahlen, da Fans beim DFB-Pokalspiel in Dortmund Pyrotechnik gezündet hatten. Deutlich teurer wurde es in der Saison 2014/15 für den 1. FC Köln, er musste 200.000 Euro zahlen, da knapp 30 Kölner Anhänger im Derby gegen Borussia Mönchengladbach das Feld gestürmt hatten. Zudem waren die Kölner nicht zum ersten Mal negativ aufgefallen.

Theoretisch ist nach Ausschreitungen auch ein Punktabzug möglich, diese Strafe wurde bisher aber nur nach Lizenzverstößen verhängt. Anders sieht es in Frankreich aus. Dort wurden Vereine schon mehrfach so für das Fehlverhalten ihrer Anhänger bestraft. Zuletzt wurden dem FC Metz zwei Punkte abgezogen, nachdem ein Böller neben dem Torwart von Olympique Lyon explodierte und dieser ein Knalltrauma erlitt. Zudem wurde ein Wiederholungsspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit angesetzt.

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