Sport : Straffes Programm fürs Bindegewebe

Stephanie Puls

Es gilt vor allem bei Frauen als schwächster Punkt und wird meist nur zum Thema, wenn es um Ästhetik geht, bei Cellulite oder Krampfadern etwa: das Bindegewebe. Dabei ist es generell wichtig für einen starken Körper. Ob Knochen, Sehnen, Muskeln oder Gelenkkapseln – es gibt kaum einen Teil des Bewegungsapparates, der nicht von den vielfältigen Strukturen des Bindegewebes profitiert. Diese Strukturen sind auch entscheidend dafür, ob die Haut straff oder schlaff ist, jung und frisch oder alt und fahl aussieht.

WAS KANN TRAINING BEWIRKEN?

Das Bindegewebe ist extrem anpassungsfähig. Es erlaubt dem weiblichen Körper, sich bei einer Schwangerschaft auszudehnen, ebenso passt es sich aber auch an zu wenig oder einseitige Bewegung, an falsches Training oder dauernde Schonhaltung an. Die Folgen: Beschwerden in Muskeln, Sehnen, Bändern oder Gelenken. Der Körper wird unbeweglicher. Das Bindegewebe lässt sich aber durch gezielte Übungen festigen – nicht durch direktes Training wie beim Muskel, sondern durch indirektes. Am besten, weiß Personal Trainer Patrick Schreiber, geht das mit kurzen, schnellen Bewegungen, mit wenig Gewichtsbelastung und vielen Wiederholungen.

WAS KANN ICH ERREICHEN?

Die Gene lassen sich nicht austricksen: Eine Veranlagung zu schwachem Bindegewebe turnt niemand einfach weg. Cremes, Bürsten und Vitaminpräparate machen aus Orangen- keine Pfirsichhaut. Aber wer im Training bleibt – und da reichen schon täglich fünf Minuten – kann das Bindegewebe straffen. Nach drei bis vier Wochen, sagt Patrick Schreiber, lasse sich sogar Cellulite reduzieren.

DARAUF SOLLTEN SIE ACHTEN

Nie ausschließlich Übungen zum Training des Bindegewebes absolvieren, sondern sie immer mit Muskelaufbau-Training und Ausdauersport kombinieren. Muskelaufbau muss sein. Also: Bindegewebe-Training plus Workout im Fitness-Studio absolvieren, mit regelmäßigem Joggen, Nordic Walking, Radfahren oder, wer gern neue Trends probiert, „Siebenmeilenstiefeln“ (siehe großes Foto) verbinden. Schlechtes Bindegewebe ist meist auch schlecht durchblutetes Gewebe. Bürsten, Zupfen oder Klopfen mit der hohlen Handfläche, eben alles, was die Durchblutung anregt, verhilft auch dem Bindegewebe zu mehr Elastizität. Und: Von innen hilft gesunde Ernährung.

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