Sport : Straffreiheit für Hertha

Aber Kapitän Friedrich fällt mehrere Wochen aus

Michael Rosentritt

Berlin - Auch ein trainingsfreier Tag kann ein guter Tag für einen Fußball-Bundesligisten sein – wenn die Nachrichten stimmen. Aus Sicht von Hertha BSC gab es gestern zunächst zwei gute Nachrichten. Abwehrspieler Alexander Madlung bleibt nach einem Schiedsrichterirrtum beim 3:1-Sieg in Freiburg von einem Verfahren vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verschont. Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte am vergangenen Samstag nach einem Foul an dem Freiburger Regis Dorn fälschlicherweise den 22 Jahre alten Madlung statt den eigentlichen „Täter“ Dick van Burik vom Platz gestellt.

In seinem Schiedsrichterbericht hatte Stark klargestellt, dass die Rote Karte für Madlung auf einem „offensichtlichen Irrtum“ beruhte und „objektiv unrichtig“ war. Außerdem teilte der DFB mit, dass auch van Burik kein Verfahren eröffnet wird. „Das Fehlverhalten von van Burik wäre nachträglich sportstrafrechtlich nur zu verfolgen, wenn es krass sportwidrig gewesen wäre“, teilte der Verband mit. Und das war nicht der Fall. „Wir sind froh, aber nicht überrascht, denn das Sportgericht ist unserer Auffassung gefolgt“, sagte Herthas Manager Dieter Hoeneß. Die strittige Szene zwischen van Burik und Dorn hätte sich unmittelbar vor seinen Augen abgespielt. Und auch nach dem Studium der Fernsehbilder könne man nicht „von einem rot-würdigen Vergehen“ sprechen. Wohl auch deshalb habe van Burik sich nicht selbst beim Schiedsrichter angezeigt. Vor Gericht sei es nunmal so, dass sich niemand selbst anklagen muss, sagte Hoeneß, „dieses Recht hat auch ein Fußballspieler“. Außerdem habe Madlung den Schiedsrichter verbal darauf aufmerksam gemacht („Ich bin der Falsche“), dass nicht er das Foul gegen den Freiburger Spieler Dorn begangen habe.

Die Gerichtsentscheide bekommen noch mehr Gewicht, weil gestern eine böse Ahnung zur Gewissheit wurde. Herthas Kapitän Arne Friedrich, der während des Spiels in Freiburg im Rasen hängen geblieben war und nach dem Schlusspfiff vom Platz humpelte, erlitt eine schwere Innenbanddehnung mit kleinen Einrissen des Bandes im linken Knie. Dies ergab eine Untersuchung bei Mannschaftsarzt Ulrich Schleicher. Der Nationalspieler wird drei bis vier Wochen ausfallen. „Das trifft uns. Arne ist ein wichtiger Spieler und wird uns fehlen“, sagte Hoeneß: „Wenigstens stehen Madlung und van Burik bereit, und Marko Rehmer hat bei den Amateuren gut gespielt.“ Herthas nächste Gegner sind Bremen und Schalke 04.

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