Sport : Strecken für den Klassenerhalt Union spielt heute beim 1. FC Kaiserslautern

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Foto: p-a/dpadpa

Berlin - Nach dem Training beugte sich Dominic Peitz tief nach unten. Von dem 1,96 Meter großen Fußballer des Zweitligisten 1. FC Union wollten viele Kinder der vereinseigenen Ferienschule Autogramme haben. Am heutigen Sonnabend muss sich Peitz dagegen strecken, wenn die Berliner im Auswärtsspiel beim Tabellenführer 1. FC Kaiserslautern (13 Uhr, live auf Sky) punkten sollen. Seit Wochen quält sich Union mit kleinen Schritten dem Ligaverbleib entgegen. „Wir haben immer noch die Chance, in den verbleibenden fünf Spielen die drei Punkte zu holen, die wir haben wollen“, sagt Dominic Peitz. Aktuell befindet sich Union mit 37 Zählern im unteren Mittelfeld der Tabelle.

Die jüngsten sieben Begegnungen ohne Sieg betrachtet der 25-Jährige differenziert. „Es ist enger geworden und sicher keine schöne Situation. Aber wir haben immer gesagt, dass es für uns nur um den Klassenerhalt geht“, sagt der im Sommer 2009 vom Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück verpflichtete Fußballer. Peitz hält es für nicht richtig, künstlich Abstiegsangst zu erzeugen. „Wir hatten die Möglichkeit, die Angelegenheit schon früher zu erledigen“, sagt er. „Aber in den letzten Partien haben wir trotz der Punktverluste gut gespielt.“

Richtig angekommen bei Union ist Dominic Peitz erst im Dezember des vergangenen Jahres. Beim 1:1 in Bielefeld, 20 Kilometer von seiner Heimatstadt Geseke entfernt, erlebte er ein spätes Saisondebüt. Verletzungen hatten ihn zu Beginn seiner Zeit in Berlin zurückgeworfen, Trainer Uwe Neuhaus setzte auf andere. „Das war eine neue Erfahrung in meiner Karriere“, erinnert sich Peitz. „Aber ich habe diese Situation akzeptiert und mich wieder herangekämpft.“

Seit dem Auftritt in Bielefeld, den er mit dem Tor zum 1:1 krönte, ist er Stammspieler. Viele halten den Defensivspezialisten für eine kommende Führungspersönlichkeit. Schon jetzt versucht er stets, seine Mitspieler zu motivieren. Bei strittigen Situationen ist er schnell am Ort des Geschehens, um mit dem Schiedsrichter oder dem Gegner zu diskutieren. „Ich brauche Emotionen für das eigene Spiel. Ich würde mich nicht dagegen wehren, eine Führungsrolle zu übernehmen“, sagt Peitz, der noch einen nur für die Zweite Liga gültigen Vertrag bis 2011 besitzt. „Aber erstens bestimmt Trainer Uwe Neuhaus, von wem das Kommando kommt, und zweitens muss sich jeder einzelne Spieler einbringen.“

Bei der Entscheidung über die Rückfahrt aus Kaiserslautern hat sich die Mannschaft bereits eingebracht. Trotz einer möglichen Niederlage auf dem Betzenberg sprachen sich die Spieler dafür aus, gemeinsam mit den rund 500 Anhängern in einem Fan-Sonderzug nach Berlin zurückzureisen. Matthias Koch

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