Sport : Streik statt Start

Saisonbeginn in Spaniens Profiligen bleibt ungewiss

Madrid - In der spanischen Fußball-Liga wird am ersten Spieltag am kommenden Wochenende wahrscheinlich kein Ball rollen. Die Spielergewerkschaft und Profi-Liga scheiterten am Mittwoch mit dem Versuch, eine Einigung zu finden. Derzeit warten etwa 200 Profis in Spanien auf rund 50 Millionen Euro Gehalt. Beide Seiten vereinbarten, am Freitag zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammenzukommen.

Nach übereinstimmenden Berichten spanischer Medien wäre aber selbst bei einer Einigung nicht mehr genügend Zeit, die Spiele noch am Wochenende auszutragen. Der Ausstand würde den Ligabetrieb ins Chaos stürzen, weil es bis zur Europameisterschaft 2012 kaum Termine gibt, an denen ausgefallene Spieltage nachgeholt werden könnten.

„Es geht uns nicht darum, mehr Geld zu bekommen. Wir verlangen nur, dass die Verträge eingehalten werden“, sagte der AFE-Vorsitzende Luis Rubiales am vergangenen Donnerstag und rief die Fußballer der 1. und 2. Liga für die ersten zwei Spieltage zum Streik auf.

In der Zeit von 1979 bis 1984 hatte es bereits vier solcher Ausstände gegeben. Bei zwei dieser Streiks ließen die Klubs anstelle der Profis Jugendspieler antreten. Zuletzt gab es 2010 zwei Streikdrohungen, die aber noch rechtzeitig zurückgenommen wurden.

Derzeit sind die Profiklubs mit insgesamt rund vier Milliarden Euro verschuldet. Etwa die Hälfte der 42 Profivereine ist von der Pleite bedroht. Der Streikaufruf wird auch von Akteuren aus dem spanischen Weltmeister-Team von 2010 unterstützt, darunter Iker Casillas (Real Madrid) und Carles Puyol (FC Barcelona). Die Spielergewerkschaft will so lange streiken, bis ein neues Tarifabkommen unterzeichnet ist. Sie tritt dafür ein, dass in Spanien eine Regelung wie in Deutschland eingeführt wird, wo finanzschwache Klubs keine Lizenzen erhalten. dpa

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