STREIT BEI WERDER BREMEN : Wurde Ivan Klasnic falsch behandelt?

Dem Comeback von Ivan Klasnic folgt ein schwerwiegendes Nachspiel. Der Arzt des Stürmers von Werder Bremen hat massive Vorwürfe gegen die medizinische Abteilung des Bundesligisten erhoben. „Es ist von heute an gerechnet sechs Jahre her, dass sichere medizinische Signale da waren, die darauf hingewiesen haben, dass er nierenkrank ist. Die sind nicht beachtet worden“, sagte Medizin-Professor Arno E. Lison bei „Radio Bremen“. Demnach hätte der Verein bei seinen sportmedizinischen Untersuchungen einen Nierenschaden feststellen müssen.

Lison arbeitet im Bremer Klinikum Mitte. Dort war Klasnic eine Spenderniere seiner Mutter eingesetzt worden – die wurde von ihm aber nicht angenommen. Klasnic ließ sich bei einer zweiten Operation in Hannover eine Spenderniere des Vaters einsetzen. Klasnic spielt nach der geglückten zweiten Transplantation auf eigenes Risiko.

Lison warf nun die Frage auf, ob Klasnic bei richtiger Behandlung womöglich keine Spenderniere benötigt hätte. Würde das zutreffen, könnte der Profi auf Schadenersatz klagen. Andererseits wird im Umfeld des Klubs über die Gründe der ersten gescheiterten Operation spekuliert.

Zudem gibt es Kritik an Lisons Gang in die Öffentlichkeit.Laut Geschäftsführer Uwe Premm prüft das Klinikum Mitte disziplinarrechtliche Schritte gegen Lison. Der räumte ein, Klasnic habe ihn nicht von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden. Am Abend bedauerte Lison in einer Erklärung, „dass der Eindruck entstanden ist, meine Worte hätten sich gegen Werder Bremen gerichtet“. Bremens Mediendirektor Tino Polster wies Fehler des Vereins zurück.

Der 27-jährige Klasnic hatte am Samstag als erster Fußballprofi nach einer Nierentransplantation ein Bundesligaspiel absolviert. Olaf Dorow, Bremen

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