Sport : Streit im Team der Springreiter Beerbaum gibt Kampf um Olympia-Medaille auf

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München – Nach dem Verlust der olympischen Goldmedaille herrschte zunächst Einigkeit bei Ludger Beerbaum und Kollegen. Alle vier Mitglieder des deutschen SpringreiterTeams fühlten sich ungerecht behandelt. Doch nun bahnt sich ein Streit zwischen ihnen an. Während Beerbaum das Urteil des Weltverbandes Fei akzeptiert, wollen die drei anderen Reiter weiter um die verlorenen Medaillen kämpfen – notfalls vor Gericht. „Es muss geprüft werden, ob es da noch eine Chance gibt“, sagte Beerbaums Teamgefährte Otto Becker.

Für Beerbaum ist der Fall mit der Bekanntgabe der nachträglichen Disqualifikation durch die Juristische Kommission der Fei abgeschlossen. „Ich habe fast zwei Monate versucht, die Disqualifikation zu umgehen, das ist nicht gelungen. Irgendwann muss man sich geschlagen geben“, sagte Beerbaum. Seine Ergebnisse sind wegen einer nicht regelkonform vorgenommenen Medikamentation bei seinem Pferd Goldfever aus der Olympia-Wertung gestrichen worden. Seine Teammitglieder, die statt Gold nun nur noch Bronze erhalten, wollen sich damit noch nicht abfinden. „Das ist eine Katastrophe für uns“, sagte Becker. Er fordert von Beerbaum die Fei-Entscheidung vom Freitag anzufechten. „Das ist er uns schuldig“, meinte Becker. Ähnlich sehen es die anderen beiden Reiter des Teams. „Man muss es zumindest versuchen“, sagte Christian Ahlmann. Marco Kutscher meinte: „Wenn es die Chance gibt, sollte man sie nicht ungenutzt lassen.“

Für Beerbaum ist das Fei-Urteil zumindest ein Teilerfolg, obwohl er im Gegensatz zu seinen drei Kollegen nun ganz ohne Medaille bleibt. Er wurde vom Vorwurf des Doping freigesprochen und lediglich deshalb disqualifiziert, weil er die Salbe mit dem Wirkstoff Betamethason nicht angemeldet hatte. Die Fei-Kommission teilte schriftlich mit, dass es sich grundsätzlich um eine „zulässige Behandlung“ gehandelt habe.dpa

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