Streit mit dem Trainer : Spaniens Stürmerstar Torres nur auf der Bank?

Der Fall Torres beschäftigt Spanien. Der 24 Jahre alte Stürmer-Star vom FC Liverpool muss seinen Unmut über seine frühe Auswechslung und den deshalb verweigerten Handschlag mit seinem Trainer beim 4:1-Sieg im ersten EM-Gruppenspiel gegen Russland womöglich teuer bezahlen.

Fernando Torres droht für das zweite EM-Spiel Spaniens gegen Schweden am Samstag in Innsbruck die Verbannung auf die Auswechselbank. Als deutlich sichtbares Zeichen ließ Trainer Luis Aragonés am Donnerstag den Schlüsselspieler als einzigen der Stammkräfte ohne Leibchen antreten.

Bei der anschließenden Pressekonferenz im Trainingsquartier in Neustift im Stubaital nahm Joan Capdevila seinen Teamkollegen in Schutz. „Es ist doch klar, dass jeder spielen will“, sagte der Linksverteidiger des FC Villarreal. „Das mit Fernando war doch eine
Kleinigkeit und ist Vergangenheit. Wir müssen nach vorne schauen.“ Saragossa-Stürmer Sergio Garcia assistierte: „Dadurch lassen wir uns die gute Stimmung im Team nicht kaputt machen. Es ist doch normal, dass er sich über die Auswechslung geärgert hat.“

Aragonés hatte am Vortag in einer Pressekonferenz zwar ein gewisses Verständnis für Torres' Enttäuschung gezeigt, zugleich aber
klargestellt, sich ein solches Verhalten nicht bieten lassen zu wollen: „Das bleibt nicht so stehen, aber wir regeln so eine Sache
intern“. Er hatte den beim FC Liverpool unter Vertrag stehenden Angreifer am Dienstagabend in der 54. Minute beim Stand von 2:0 durch Cesc Fabregas ersetzt. Die Russen seien stark aufgekommen und er habe deshalb das Mittelfeld stabilisieren müssen, hatte der „Mister“ seine Maßnahme begründet.

Der 69 Jahre alte Coach ist dafür bekannt, aufmüpfigen Spielern einen Denkzettel zu verpassen. Möglicherweise stellt er gegen die
Skandinavier auf ein 4-5-1-System mit David Villa als einziger Spitze um. Der dreifache Torschütze hatte sich beim gemeinsamen Jubeln nach dem 1:0 gegen Russland in Torres' Trikot verhakt und dabei den rechten Zeigefinger verrenkt. Seinem Einsatz steht aber nichts im Weg.

Die Partie gegen Schweden werde „nicht einfach“, urteilte Capdevila mit Blick auf die beiden Aufeinandertreffen in der EM-
Qualifikation: „Ich denke, das ist der schwierigste Gegner in unserer Gruppe.“ Es komme vor allem darauf an, das gefährliche Angriffsduo Zlatan Ibrahimovic/Henrik Larsson zu stoppen. „Sein Kopfball ist wie ein Hammer und einen guten Schuss hat er auch“, urteilte der Verteidiger voller Respekt über die Qualitäten des Routiniers, der zwei Jahre lang beim FC Barcelona spielte. Und Ibrahimovic sei nur schwer zu stoppen: „Wir müssen schauen, dass er möglichst nicht in
unseren Strafraum kommt.“ (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben