Sport : Streit um das Uefa-Cup-Rückspiel gegen Galatasaray eskaliert

Die Kontroverse zwischen Galatasaray Istanbul und Leeds United um das Halbfinal-Rückspiel im Uefa-Pokal spitzt sich zu. Während der Türkische Meister acht Tage vor dem Spiel am 20. April davon ausgeht, dass die Partie auf neutralem Boden stattfindet, drohte der englische Klub gestern mit dem sofortigen Rückzug aus dem Wettbewerb, sollte die Europäische Fußball-Union (Uefa) Istanbuls Antrag nachkommen. "Wenn das Spiel auf neutralem Platz stattfindet, müssten wir unsere Position im Hinblick auf eine weitere Teilnahme am Wettbewerb überdenken", sagte United-Präsident Peter Ridsdale. Die Türken hatten nach den schweren Ausschreitungen in Istanbul, bei denen vor dem Hinspiel in der Vorwoche zwei Briten durch Messerstiche getötet worden waren, gefordert, die zweite Partie auf neutralem Boden auszutragen.

Die Uefa vertagte ihre für gestern vorgesehene Entscheidung über Austragungsort und Sicherheitskriterien der Begegnung auf morgen. Der Verband benötige mehr Zeit zur Untersuchung, hieß es. Leeds United hatte nach den schweren Zusammenstößen Galatasaray aus Sorge um die Sicherheit gebeten, ohne Zuschauer anzureisen. Galatasaray beharrt ungeachtet der Drohung aus England darauf, dass das Rückspiel auf neutralem Boden ausgetragen wird. Diese Haltung bekräftigte der stellvertretende Klubchef Mehmet Cansun.

"Das ist kein bewaffneter Kampf", meint Galatasaray-Trainer Fatih Terim. "Wir sollten mit der Schönheit des Fußballs weitermachen, ohne daraus eine Blutrache zu machen." Gleichzeitig kritisierte Terim, dass die Uefa von England keine Sicherheitsgarantie verlange. Beim Champions-League-Spiel von Galatasaray gegen Juventus Turin hatte die Uefa vom türkischen Innenministerium eine solche Garantie gefordert.

Unterdessen goss ein türkischer Abgeordneter Öl ins Feuer, indem er dazu aufrief, zu dem Match nach England zu fahren. "Wir dürfen die Galatasaray-Spieler nicht alleine lassen", sagte der Abgeordnete der Partei des Rechten Weges (DYP), Rasim Zaimoglu, der Zeitung "Hürriyet".

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