Streit um die Schwimmanzüge : Bestzeit bleibt Bestzeit

Frank Bachner hält nichts von der Rekord-Diskussion im Schwimmen.

Frank Bachner

Na, toll, da hat sich’s der Schwimm-Weltverband Fina ja leicht gemacht. Ab 1. Januar 2010 werden die neuen Hightech-Schwimmanzüge verboten. So weit ist die Nachricht der Fina klar. Aber sonst? Was passiert mit den rund 150 Weltrekorden, die in den Ganzkörper-Plastikanzügen erzielt wurden? Keine Antwort. Werden sie anerkannt? Gestrichen? Unterteilt? Wer im LZR Racer von Speedo 2008 Bestzeit erzielt hatte, darf seinen Rekord behalten? Und wer 2009 in Adidas oder in einem Hyper-Mega-Anzug der anderen 20 Hersteller Weltrekord schwimmt, darf sich daran nur bis 31. Dezember erfreuen? Weil dann wieder nur noch die – nun ja – alte Badehose zählt?

Eigentlich ist die Sache einfach. Weltrekord bleibt Weltrekord, egal, ob er in Omas Badeanzug oder in der Hightech- Wurstpelle erzielt wurde. Die Begründung ist einfach: Der Weltverband Fina hat die Anzüge zunächst generell erlaubt, es gibt für sie seit 2009 klare Vorschriften. Dass nicht immer jeder Athlet – wie vorgeschrieben – jeden zugelassenen Anzug zur Verfügung hat, liegt am jeweiligen Hersteller. Aber ob böse Absicht dahintersteckt oder nur Lieferschwierigkeiten, kann niemand rechtskräftig nachweisen. Auch jene Unklarheiten, die es bei Genehmigungen der Materialien gab und gibt, lassen sich juristisch schwer greifen.

2008 gab es noch viel mehr Grauzonen, und die waren wirklich ein Problem. Niemand kontrollierte, ob ein Anzug wirklich unerlaubten Auftrieb gab. Damit ist aber auch nicht mehr nachweisbar, welche Weltrekorde regulär und welche irregulär erzielt wurden. Ohnehin sind viele dieser Bestmarken international längst schon wieder übertroffen worden.

Soll aber keiner glauben, dass die Zahl der Weltrekorde ab 2010 dauerhaft zurückgeht. Sogar vermeintliche Fabelweltrekorde haben im Schwimmen nicht selten eine relativ kurze Halbwertszeit.

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