Sport : Streit um Doping-Studie: Forscher erneuern Vorwürfe

Frankfurt (Oder) - Die mit Steuergeldern finanzierte Studie zur Aufarbeitung der deutschen Dopingvergangenheit ist gescheitert. Der Streit über die Schuldfrage jedoch bleibt. Am Donnerstag tagte die ehemalige Forschergruppe der Berliner Humboldt-Universität, die im vergangenen März überraschend aus dem dreijährigen Projekt ausgeschieden war. Und erneut erhoben die Wissenschaftler um Giselher Spitzer auf einer Veranstaltung an der Viadrina-Universität in Frankfurt (Oder) schwere Vorwürfe gegen ihren damaligen Auftraggeber, das Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp).

Die mit 550 000 Euro dotierte Studie war 2009 an Forscher aus Münster und Berlin vergeben worden. Die Berliner Wissenschaftler stellten ihre Mitarbeit an dem Projekt jedoch im März 2012 wegen fehlender Absprachen über die Weiterfinanzierung ein.

Streitpunkt stellt nun vor allem die Datenschutzvereinbarung dar, die das BISp vorgegeben hatte und die nach Angaben der Wissenschaftler eine autonome Forschung ausschließt. „Wir können unsere Daten leider nicht veröffentlichen, weil wir vertragstreu zum Projektträger sein müssen“, sagte Spitzer. Zudem hätten in Dopingaktivitäten verstrickte Personen nicht namentlich genannt werden dürfen. „Unsere Protokolle sind nun eigentlich nicht mehr zu verstehen“, befand Spitzer.

BISp-Direktor Jürgen Fischer hatte die hohen Datenschutzstandards am Dienstag in Berlin mit dem Hinweis auf den Schutz des Persönlichkeitsrechts und der Gefahr von Schadenersatzklagen gerechtfertigt.api (mit dpa)

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