Sport : Streit um Eissporthalle: Konflikt zwischen Capitals und Senat eskaliert

Claus Vetter

Am Montag wurde während des Trainings der Capitals das Licht abgedreht, gestern durfte das Team aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gar nicht erst aufs Eis: Das Possenspiel um den neuen Nutzungsvertrag der Eissporthalle an der Jafféstraße zwischen Senat und den Capitals fand einen ungeahnten Höhepunkt, die Capitals hatten auch am Dienstagnachmittag noch keinen unterschriftsreifen Vertrag vorliegen. Lustig fand dies bei den Capitals niemand mehr, erst recht nicht die Fans: Rund 100 Anhänger demonstrierten bereits in den Morgenstunden vor der Halle. "Berliner Senat - ahnungslos, sportfeindlich", war auf einem Transparent zu lesen.

Am Montag hatte Staatssekretär Frank Ebel mit der Anweisung an den Betreiber der Eissporthalle, die Messe GmbH, die Capitals auszusperren, den großen Knall initiiert. Immerhin, Ebel hatte versprochen, den Capitals bis Dienstagmorgen einen Vertrag über die Nutzung der Halle zukommen zu lassen. Bereits am 4. August hatten sich Senat und Klub über einen - im Vergleich zur ersten Version aus dem Juni für die Capitals günstigeren - Vertrag geeinigt. Dabei waren an Abgaben für die Capitals sieben Prozent der Zuschauereinnahmen sowie 340 Mark pro Trainingseinheit vereinbart worden. Diesen Vertrag wollten die Capitals vor dem Training gestern unterschreiben. Indes: das Werk ließ auf sich warten.

Als am Nachmittag immer noch nichts bei den Capitals eingetroffen war, musste Trainer Michael Komma auch das zweite Eistraining absagen. Joachim Börner, Sprecher des Aufsichtsrates, war darüber überaus verärgert: "Das ist die einzige Eisfläche in der Weltstadt Berlin, auf der wir spielen können. Die Messe will uns wegen des geplanten Hallenabrisses weg haben, offensichtlich unterstützt der Sportsenator die Messe und nicht uns." Auch Manager Lorenz Funk Manager war wenig amüsiert. Am Montag hatten drei - auf Anweisung der Messe GmbH ins Stadion geschickte Polizeibeamte - die Personalien des Capitals-Managers aufgenommen. Funk hatte, trotz abgedunkelter Eisfläche, die Spieler aufgefordert, weiter zu trainieren. Nun droht dem Manager eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch. "Ich habe mein Lebtag noch keine Anzeige gekriegt. Da macht einem so ein Hanswurst vielleicht noch den Leumund kaputt", so Funk. Trainer Komma sieht die Saisonvorbereitung empfindlich gestört, gestern gab es wieder nur Trockenübungen. "Das schaut aus, als ob wir für Sydney trainieren. Die Spieler müssen spätestens morgen aufs Eis, sonst können wir gleich aufhören."

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