Sport : Streit um neue Haarprobe: Staatsanwalt bleibt erst mal gelassen

Die zweite Haarprobe von Christoph Daum mit einem angeblich negativen Drogenbefund hat zunächst keinen Einfluss auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaften in Koblenz und Köln. "Uns liegt kein Ergebnis vor. Wir wissen auch nicht, wer die Untersuchung gemacht hat und wie sie zu Stande gekommen ist", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Erich Jung am Donnerstag. Auch die Kölner Behörde will das private Gutachten des Ex-Trainers von Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen nicht anfordern.

Eine Haaruntersuchung habe für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln gegen Daum ohnehin nur eine "indizielle Bedeutung", sagte Jung in Koblenz. Strafbar sei nur der Besitz, nicht jedoch der durch eine Haarprobe beweisbare Konsum von Kokain. "Nur auf eine Haaranalyse kann sich unsere Arbeit nicht stützen. Wir ermitteln in aller Ruhe in alle Richtungen weiter", sagte Jung. Sollte sich die zweite Analyse als seriös erweisen, wäre sie jedoch trotzdem zu berücksichtigen.

Die Kölner Oberstaatsanwältin Regine Appenrodt sagte über die Bedeutung des neuen Tests: "Das angebliche Gutachten aus den USA ist nicht Teil unserer Ermittlungen. Das ist eine Privatsache von Herrn Daum. Wir werden dieses Gutachten ganz sicher nicht anfordern, weil wir ja gar nicht wissen, unter welchen Umständen es zu Stande gekommen ist."

England verliert auf dem Weg der Besserung

Hamburg (dpa). Der Fußball-Patient England ist auf dem Weg der Besserung: Bei den Test-Länderspielen der europäischen Fußball-Topadressen gingen am Mittwochabend fast alle Wünsche in Erfüllung. Während Welt- und Europameister Frankreich bei seinem 4:0-Sieg in der Türkei alte Klasse demonstrierte und die Niederlande mit dem 2:1 in Spanien Wiedergutmachung für die 0:2-Schlappe in der WM-Qualifikation gegen Portugal betrieben, sorgte im Mutterland des Fußballs eine Niederlage für Aufbruchstimmung. "Eine vollständige Erholung mag lange dauern, aber der Patient ist aufgestanden und läuft wieder", kommentierte die angesehene "Times" Englands 0:1 gegen Italien in Turin.

Obwohl die von Interimscoach Peter Taylor betreute Elf im Stadio delle Alpi zum dritten Mal in Folge ohne Torerfolg blieb, weckte die Vorstellung die Hoffnung auf bessere Zeiten. "Taylors Welpen stellen Englands Stolz wieder her", feierte der "Daily Telegraph" die Spieler um Kapitän David Beckham, die sich unter den Augen ihres künftigen Trainers Sven-Göran Eriksson teuer verkauften und nur durch einen Sonntagsschuss von Gennaro Gattuso (58.) geschlagen geben mussten. Auch Taylor strich das Positive heraus: "Das Resultat ist nicht wichtig, die Leistung ist wichtiger, und da haben wir eine Menge herausgeholt."

Während Englands Fans Anzeichen eines Fortschritts zu sehen glauben, präsentierte sich Weltmeister Frankreich in bestechender Form. Die Equipe Tricolore fertigte die Türkei in Istanbul mit 4:0 ab. David Trezeguet (15. Minute), Sylvain Wiltord (22.), Johan Micoud (44.) und Alain Robert (74.) erzielten die Tore.

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