Sport : Streit um Rohwein eskaliert Skisprung-Bundestrainer ist umstrittener denn je

Benedikt Voigt

Oberstdorf - Peter Rohwein hat für den heutigen Sonntag unerwartet noch einen Termin hereinbekommen. Nun ist es nicht so, dass ein Bundestrainer im Skispringen am ersten Tag der Vierschanzentournee viel Zeit hätte, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. „Aber es gibt auch während der Tournee Sachen, die mit der Sportführung besprochen werden müssen“, sagt Peter Rohwein. Zum Beispiel sein Streit mit Heinz Kuttin.

Der B-Kader-Trainer des Deutschen Skiverbandes (DSV) hat den deutschen Bundestrainer in der Öffentlichkeit ungewöhnlich scharf angegriffen. „Mit Peter Rohwein ist keine Zusammenarbeit möglich“, sagte der Österreicher der „Bild-Zeitung“. Er monierte, dass seine Nachwuchsspringer unter Rohwein keine Chance bekämen, in die Weltcupmannschaft aufzurücken. „Sie haben den Sprung in den Weltcup noch nicht geschafft, aber das ist genau die Übung, die sie mitnehmen müssen“, sagte Kuttin. Damit eskaliert der Streit um Rohwein, der aufgrund der sportlichen Misserfolge ohnehin in der Kritik steht. Der Bundestrainer hatte zuletzt mangelnde Nachwuchsarbeit an den Stützpunkten moniert. Nun wehrt sich Kuttin: „Ich habe mich nur vor meine Springer gestellt, so wie ich das auch von Peter Rohwein erwarte.“

DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller hatte zuletzt erklärt, dass über Rohwein nach der Vierschanzentournee entschieden werde. „Das sind Dinge, die um uns außen herum ablaufen“, sagte Michael Uhrmann, „ich versuche, mich auf meine Sprünge zu konzentrieren.“ In der gestrigen Qualifikation lieferte er kein Argument für seinen Bundestrainer. Platz 45 stand für ihn zu Buche. Besser machte es Michael Neumayer, der auf dem sechsten Platz landete. Zudem qualifizierten sich auch Martin Schmitt (14.), Stephan Hocke, Severin Freund (beide 18. Platz), Georg Späth (33.) und Johan Musiol (45.) für das heutige Springen auf der Schattenbergschanze. Anschließend treffen sich Rohwein und die DSV-Sportführung. Kuttin hat sich bereits versöhnungsbereit gezeigt, er sagte: „Wir werden das zusammen ausräumen.“ Benedikt Voigt

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