Streit um Schwimmanzüge : Adidas kündigt Vertrag mit Schwimmverband

Die Kritik von deutschen Schwimmern an angeblich nicht konkurrenzfähigen Schwimmanzügen ist Adidas jetzt zu viel geworden: Das Unternehmen kündigt den Vertrag

Dass ihre Schwimmanzüge schlechter sein sollen als die der Konkurrenz, musste sich der Sportartikelhersteller Adidas mehrfach von deutschen Schwimmern anhören. Angefangen hatte es schon vor den Olympischen Spielen in Peking. Und es lief bis zu den Kurzbahn-Europameisterschaften, die am Sonntag in Rijeka zu Ende gingen. Die deutschen Schwimmer hatten die Anzüge von Adidas als Grund dafür ausgemacht, dass sie langsamer waren als ihre Gegner. Jetzt reicht es Adidas. Die Firma hat am Montag den Ausrüstervertrag mit dem Deutschen Schwimmverband (DSV) fristlos gekündigt. „Der Deutsche Schwimmverband wurde von Adidas heute über die fristlose Kündigung des bestehenden Ausrüstungsvertrages in Kenntnis gesetzt. Die Basis für eine weitere Zusammenarbeit ist auf Grund der jüngsten Ereignisse nicht mehr gegeben“, schrieb Adidas-Sprecher Oliver Brüggen.

Noch in Peking hatte der damalige DSV-Sportdirektor Örjan Madsen gesagt: "Wir haben kein Anzug-Problem, wir haben eine Anzug-Lösung." Dem konnten sich aber nur wenige der Athleten anschließen. Mindestens jedoch Britta Steffen. Sie gewann zwei Goldmedaillen - mit Adidas. Sie hat auch einen persönlichen Ausrüstervertrag mit dem Unternehmen, der von der Kündigung nicht betroffen ist.

Der Vertrag zwischen DSV und Adidas wäre eigentlich bis 2009 gelaufen und soll dem Verband jährlich eine Million Euro eingebracht haben. Die Kündigung trifft den DSV offenbar vollkommen unvorbereitet: „Ich sehe kein Fehlverhalten der Athleten und schon gar nicht des DSV“, sagte Verbandspräsidentin Christa Thiel der Deutschen Presse-Agentur und ergänzte: „Selbst wenn ein Athlet sich fehlverhalten würde, gäbe es eine klare Vertragsstrafen-Regelung.“ Adidas will jedoch gleich mit dem ganzen Verband nicht mehr zusammenarbeiten. (teu/dpa)

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