Sport : Streit unter Trainern

Harte Worte nach Frankfurts 2:0 gegen Dortmund

Frank Hellmann

Frankfurt am Main - Nach 84 Minuten hatte Roman Weidenfeller genug. Gerade war Ioannis Amanatidis abgedreht und hatte das entscheidende 2:0 für Eintracht Frankfurt bejubelt, da sank der machtlose Torwart zu Boden, lehnte sich rücklings an den Pfosten, verschränkte die Arme vor dem Körper. Regungslos blieb Weidenfeller eine ganze Weile in dieser Verweigerungshaltung sitzen, weil er wusste, dass zu diesem Zeitpunkt seine Vorderleute ein Bundesliga-Spiel verloren hatten, „dass wir nicht verlieren dürfen“, wie Trainer Bert van Marwijk treffend feststellte. „Eine Viertelstunde haben wir nicht gut ausgesehen“, konstatierte der Niederländer, „bitter, dass es dafür eine Niederlage setzt.“ Francisco Copado hatte die Eintracht vor 47 800 Zuschauern früh in Führung gebracht, Amanatidis per Kopf nach Flanke des starken Alexander Meier den Endstand erzielt.

Doch damit nicht genug: Tomas Rosickys Platzverweis nach einem Schubser an Christoph Spycher half den personell ohnehin arg gebeutelten Dortmundern nicht unbedingt weiter. „Ein so erfahrener Spieler muss das nicht tun“, rüffelte van Marwijk seinen tschechischen Spielmacher, kritisierte aber zugleich auch den in dieser Szene heftig protestierenden Kollegen Friedhelm Funkel. „Ohne die Provokation auf der Bank hätte der Schiedsrichter diese Entscheidung nicht getroffen.“ Auch Christoph Metzelder rügte ungefragt die „unnötige Theatralik auf der Frankfurter Bank“. Eine Sichtweise, die Funkel in Rage versetzte. Die Pressekonferenz artete deshalb in einen verbalen Schlagabtausch unter den Trainern aus. „Ein gegnerischer Trainer ist nie für einen Platzverweis verantwortlich“, sagte Funkel, „wenn mein Spieler über die Bande geschubst wird, kann ich nicht ruhig bleiben.“

Van Marwijks Reaktion („Ich hätte nie so gehandelt“) verdeutlichte, wie schwer verdaulich die Niederlage für die auf Rang acht zurückgefallenen Gäste war. Während Metzelder wieder einmal mangelnde Konsequenz ausmachte, „in den 30, 40 Minuten, in denen wir die Partie bestimmen“, empfahl Ebi Smolarek, „alles schnell zu vergessen“.

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