Sport : Streiten, schubsen, schimpfen

Albas Basketballer treffen wieder auf Quakenbrück

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - In der Menschentraube flogen Schimpfwörter wild durcheinander. Es wurde geschubst, gestritten, gerangelt. Am ersten Januar dieses Jahres, nach dem Basketball-Bundesligaspiel zwischen den Artland Dragons aus Quakenbrück und Alba Berlin, ging es hoch her am Spielfeldrand der Max-Schmeling-Halle. Heute um 20 Uhr in Quakenbrück treffen die beiden Mannschaften zum ersten Mal wieder aufeinander.

„Die Ereignisse bringen die Gemüter weiterhin in Wallung“, sagt Albas Trainer Henrik Rödl. Ob die Beteiligten ihre Emotionen so weit unter Kontrolle haben, dass der Streit nicht wieder offen ausbricht, wird sich erst auf dem Spielfeld zeigen. Auslöser für den Tumult im Januar war eine strittige Schiedsrichterentscheidung zwanzig Sekunden vor dem Ende des Spiels, das Alba 80:77 gewann. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen standen nicht die Spieler, sondern die Funktionäre.

Quakenbrücks Trainer Chris Fleming hatte sich ein hitziges Wortgefecht mit Berlins ehemaligem Trainer Emir Mutapcic geliefert, woraufhin Albas Teammanager Henning Harnisch eingriff und Fleming zurückstieß. Währenddessen kamen einige Spieler und Betreuer hinzu, ein Handgemenge entstand. Seinen Einsatz begründete Harnisch damals so: „Ich habe gesehen, wie Mutapcic bedrängt wurde. Er ist mehrfach mit den Worten ,Fuck you’ beleidigt worden. Das war niveaulos. Es war meine Aufgabe als Teammanager dazwischenzugehen.“ Laut Mutapcic hätte Fleming Harnisch daraufhin sogar Prügel angedroht. Fleming bestreitet das. Eine Aussprache, um den Streit beizulegen, hat bis heute nicht stattgefunden.

Das Liga-Büro des Deutschen-Basketball-Bundes beurteilte die Situation nach einer Videoanalyse. „Henning Harnisch hat sich in eine laute Auseinandersetzung eingemischt, ohne dass Notwendigkeit bestand“, sagte Ligasekretär Dirk Horstmann. So wurde gegen Harnisch eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro verhängt. Fleming erhielt 2500 Euro Strafe, Mutapcic 2000 Euro. Die Berliner haben gegen das Urteil Protest eingelegt, das Verfahren läuft noch.

Henning Harnisch sagt, dass ihn die knapp vier Monate zurückliegenden Ereignisse nicht mehr aufregen. „Ich habe einen Test gemacht und in mich reingehört. Da war nichts.“ Ähnlich defensiv gibt sich Fleming: „Wenn wir an eine Revanche denken, dann verlieren wir den Blick für das Wesentliche.“

Es gibt andere Gründe für die Spieler, besonders motiviert zu sein: Für die in dieser Saison überraschend starken Quakenbrücker geht es um eine günstige Startposition für die Play-offs. Obwohl ihr Einspruch gegen die Wertung des Spiels (0:2 Punkte und 0:1 Körbe) gegen Köln, bei dem die Quakenbrücker mit nur vier Spielern angetreten waren, gestern abgewiesen wurde, ist für die Dragons vom dritten bis zum achten Rang immer noch alles möglich. Wenn Alba gewinnt, starten die Berliner als Tabellenerster in die am 15. Mai beginnenden Play-offs.

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