• Stress um beide Trainer Cottbus’ Wollitz droht nach dem 3:1 in Wolfsburg mit Abschied, McClaren bleibt – vorerst

Sport : Stress um beide Trainer Cottbus’ Wollitz droht nach dem 3:1 in Wolfsburg mit Abschied, McClaren bleibt – vorerst

Wolfsburg - Nach dem Schlusspfiff fragte der Reporter Claus-Dieter Wollitz natürlich als erstes, wie er sich jetzt fühle. Die Antwort des Trainers von Energie Cottbus überraschte. „Der Frust überwiegt. Weil uns die Fans alles versauen, auch wenn es nur einige wenige sind“, sagte Wollitz, nachdem seine Mannschaft gerade im Achtelfinale des DFB-Pokals überraschend 3:1 (3:0) beim VfL Wolfsburg gewonnen hatte. Aus dem Block der Cottbuser Fans waren Raketen und Rauchbomben auf den Platz gefeuert worden, ein inzwischen bekanntes Bild. „Irgendwann muss man dann sagen, es ist vorbei“, meinte Wollitz, der mit der Struktur und der mangelnden Bereitschaft im Umfeld seines Klub zu Veränderungen schon seit längerem unzufrieden ist.

So kam es, dass der Triumphator des Abends mitteilte, dass er Anfang des Jahres eine Entscheidung bekanntgeben werde, ob und wie es überhaupt mit ihm in Cottbus weitergehen soll. Sein Vertrag läuft im kommenden Sommer aus.

Irgendwie passte es zum Spiel, dass der Sieger von Abschied sprach, obwohl der Trainer der Wolfsburger um seinen Job bangen muss. Steve McClarens Vertrag läuft noch ein Jahr länger als der von Wollitz, es kann jedoch gut sein, dass McClaren bald gehen muss. Sofortige Konsequenzen schloss Manager Dieter Hoeneß aus, allerdings könne man nicht zur Tagesordnung übergehen. „Das muss ich erstmal sacken lassen. Das hat mich schockiert“, sagte Hoeneß. Er habe so etwas allerdings nicht erwartet und deshalb keinen Plan B in der Tasche. „Wenn man so spielt wie wir in der ersten Halbzeit, da kann kein Trainer etwas dafür“, sagte Wolfsburgs Verteidiger Marcel Schäfer.

Der Nebel der Rauchbomben aus dem Energie-Fanblock hatte sich nach dem Anpfiff noch nicht verzogen, da schockte Nils Petersen das Heimteam bereits nach 61 Sekunden. Unbedrängt ließ der 22-Jährige Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio mit einem Kopfball aus sechs Metern keine Chance. McClaren stürmte zum sofortigen Videostudium in die Kabine und notierte nach seiner Rückkehr auf die Bank die Mängel seiner Defensive. Die Wolfsburger unter den 10 801 Zuschauern feuerten ihr Team weiter an, dank der offensiven Ausrichtung mit den drei Stürmern Grafite, Edin Dzeko und Mario Mandzukic kamen die Wolfsburger gegen die tief stehenden Cottbuser auch zu Chancen, die Mandzukic jedoch zweimal knapp vergab. Doch auch die Gäste blieben gefährlich, die Wolfsburger hatten große Probleme in der Defensive.

Fünf Minuten vor der Pause vollendete Jiayi Shao eine Kombination zum 2:0. Und drei Minuten später düpierte Jules Reimerink Wolfsburgs Simon Kjaer, Petersen brauchte nur einzuschieben. Vor dem Seitenwechsel hallten die ersten „Wir haben die Schnauze voll“-Rufe durch die Arena, und so ging es auch Claus-Dieter Wollitz, der die Pause beim Cottbuser Fanblock verbrachte.

In der zweiten Halbzeit bauten die Wolfsburger Druck auf und versuchten es mit hohen Flanken in den Gäste-Strafraum. Die in den vergangenen Wochen leblose Mannschaft deutete immerhin so etwas wie Kampfgeist an. Edin Dzeko spitzelte den Ball nach einem Freistoß zehn Minuten nach dem Wechsel zum 1:3 ins Tor, die beste Meldung danach war aber nur noch das Comeback von Arne Friedrich nach vier Monaten Verletzungspause. Tsp/dpa

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