Sport : Strittige Pfiffe: Dallas verliert 100:101 in Miami

Matthias B. Krause

Miami - Normalerweise ist das Englisch von Dirk Nowitzki ziemlich gut, doch wenn er sich aufregt oder ärgert, fehlen ihm bisweilen die passenden Worte. So geschah es nach dem 100:101 seiner Dallas Mavericks im fünften Finalspiel der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA gegen die Miami Heat Sonntagnacht. Die Schiedsrichter hätten „Fingerspitzen zeigen müssen“, schimpfte Nowitzki. Natürlich meinte er „Fingerspitzengefühl“, doch diese Metapher gibt es so im Englischen nicht.

Es gab allerdings keinen Zweifel über den Seelenzustand des Mavericks-Flügelspielers. Als in der Halle mit den jubelnden Fans weiße Papierschlangen von der Decke fielen, drosch er den Spielball mit dem Fuß so hoch in die Ränge, wie er nur konnte. Wenig später trat er gegen ein Trimm-Fahrrad. Anlass für schlechte Laune gab es reichlich. Zum einen besiegelte die Niederlage eine ausgesprochen schlechte Auswärtsreise nach Miami, in der die Heat einen 0:2-Rückstand in der Best-of-seven-Serie in eine 3:2-Führung umwandelten. Die Mavericks müssen nun zwei Spiele in eigener Halle (Dienstag und eventuell Donnerstag) gewinnen, sonst sind ihre Titelträume dahin. „Wir riechen die Meisterschaft schon“, frohlockte Miamis Flügelspieler Dwyane Wade, der 43 Punkte erzielte. Nowitzki war mit 20 Punkten drittbester Werfer seiner Mannschaft, hinter Jason Terry (35) und Josh Howard (25),

Während Wade einmal mehr sein Ausnahmekönnen demonstrierte, zeigte sich auch, dass der junge Mann offenbar bei den Schiedsrichtern einen Prominenten-Bonus besitzt. Die Unparteiischen gewährten ihm großzügig 25 Mal den Gang zur Freiwurflinie, zuzüglich eines umstrittenen Foulpfiffs 1,9 Sekunden vor dem Ende. „Ich dachte eigentlich, ich hätte versucht, aus dem Weg zu gehen“, sagte Nowitzki, der das Foul begangen haben soll. Wade zu stoppen, muss nun die vordringliche Aufgabe sein, wenn die NBA-Karawane am Dienstag wieder in Dallas Station macht. Eine weitere Niederlage können sich die Dallas Mavericks nicht mehr erlauben.

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