Sport : Strittige Strafe

Urteil gegen Kaiserslautern löst bei der Konkurrenz Unmut aus

Oliver Trust

Kaiserslautern . Es hat sich selten jemand glaubhaft beschwert, der glimpflich davonkam. So ist es gestern dem Vorstandsvorsitzenden René Charles Jäggi gegangen, als die Deutsche Fußball-Liga (DFL) dem 1. FC Kaiserslautern das Strafmaß von drei Punkten Abzug für die nächste Saison 2003/2004 sowie eine Geldstrafe von 125 000 Euro wegen Verstößen gegen die Lizenzbestimmungen übermittelte. „Das ist eine sowohl in sportlicher als auch finanzieller Hinsicht harte Strafe“, sagte der 54-Jährige.

Eigentlich aber dürfte Jäggi froh sein, dass es seinen Verein nicht härter traf. Intern hatte der Klub mit mindestens sechs Punkten und einer höheren Geldstrafe gerechnet. Das aktuelle Strafmaß ist bereits im Sanierungskonzept des 1. FC Kaiserslautern enthalten, der sein Stadion an eine Projektgesellschaft abtritt. Deshalb wird auch die finanzielle Gesundung – der Klub hat 40 Millionen Euro Schulden – nicht gefährdet. Offiziell aber möchte das keiner zugeben, um die Kritiker des Urteils nicht zu bestätigen.

Grundlage der Bestrafung ist die Prüfung von Unterlagen der Spielzeiten 1997/98 bis 2002/03, bei denen die DFL Unregelmäßigkeiten entdeckte. Dem DFB und der DFL seien Verträge im Zusammenhang mit Persönlichkeitsrechten von Spielern vorenthalten worden. Die ehemalige Vereinsführung hat nach einer ersten Einschätzung des Finanzamtes Kaiserslautern durch den Kauf von Persönlichkeitsrechten verdeckte Gehaltszahlungen geleistet.

Die DFL begründete den Punktabzug zur nächsten Saison damit, dass die Verstöße in den vergangenen Spielzeiten begangen worden seien und daher keinen Bezug zur laufenden Saison hätten. Bei der Konkurrenz löst das Unmut aus. So sagt Nürnbergs Manager Edgar Geenen: „Kaiserslautern hat sich die Vorteile in der vergangenen und der laufenden Saison erschlichen. Deshalb wäre eine aktuelle Bestrafung gerechtfertigt.“ In der Bundesliga gab es bisher zwei vergleichbare Fälle. In der Saison 1993/94 wurden Dynamo Dresden vier Punkte abgezogen, 1999/2000 erwischte es die Frankfurter Eintracht, der zwei Punkte abgezogen wurden. Beide Klubs schafften den Klassenerhalt.

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