Studie : Männer sind die größeren Schauspieler Studie:

Fußballerinnen inszenieren sich weniger, belegt eine Studie. Gehen die Männer nach einer Verletzung zu Boden, bleiben sie dort länger liegen als Frauen.

Berlin - Wenn deutsche Fans befragt werden würden, wer die größten Schauspieler im Fußball sind, würden viele wohl diese Antwort geben: Italiener. Dieses Vorurteil hat vor allem Stürmer Filippo Inzaghi immer wieder bestätigt, der sich selbst nach dem lausigsten Treffer so wild freute, als hätte er gerade den WM-Titel gewonnen, was ihm tatsächlich nur einmal gelungen ist.

Sportwissenschaftler der Technischen Universität München haben in einer Studie nun jedoch herausgefunden, dass Fußballer generell große Schauspieler sind. Jedenfalls im Vergleich zu den Frauen. Gehen die Männer nach einer Verletzung zu Boden, bleiben sie dort länger liegen als Frauen. Zudem jubeln männliche Fußballer fast doppelt so lange, wie die Forscher bei der Analyse von 56 Spielen herausfanden. „Generell können die Unterschiede so interpretiert werden, dass bei den Männern der Gedanke der Inszenierung viel stärker ausgeprägt ist als bei den Frauen“, sagt TUM-Wissenschaftler Martin Lames. Bei den Fußballerinnen stehe das Spiel an sich offenbar mehr im Vordergrund.

Unterbrechungen sind generell häufig: 38 Prozent der gesamten Spielzeit wird nicht gespielt, was laut der Studie für beide Geschlechter gilt. Stattdessen gibt es Einwechslungen, Torjubel oder Verletzte zu sehen. In einigen Fällen dauerten die Pausen mit 53 Prozent sogar länger an als das eigentliche Spiel. Bei den Frauen wurden die Partien häufiger, dafür aber für kürzere Zeiten unterbrochen. Männer jubeln nach einem Tor fast eine Minute lang, Frauen nur halb so lange. Am auffälligsten sind die Unterschiede bei Verletzungsunterbrechungen. Hier bleiben die Fußballer durchschnittlich 30 Sekunden länger am Boden als die Fußballerinnen.

Ist mehr Theater im Fußball also typisch Mann? Darauf wollen sich die Wissenschaftler nicht festlegen. Forscher Malte Siegel sagt: „Der Grund dafür könnte sein, dass die Spiele der Männer vor mehr Zuschauern und mit höherer medialer Aufmerksamkeit ausgetragen werden.“ Die Weltmeisterschaft wird zeigen, ob Frauen auch vor großem Publikum weniger Theater machen. aw/cik

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