Sport : Stürmisch nach Nikosia

Hertha will im Uefa-Cup ohne Pantelic offensiv spielen – eine Chance für die anderen Angreifer

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Falko Götz will nicht einfach nur gewinnen. „Wir wollen ein so gutes Ergebnis erzielen, dass wir im Rückspiel bereits taktieren können“, sagt der Trainer von Hertha BSC. Götz wird seine Mannschaft also offensiv spielen lassen, am Donnerstag auf Zypern. Es ist die erste Runde des Uefa-Pokals, Gegner ist Apoel Nikosia. Offensiv, für Götz bedeutet das mit zwei Stürmern zu agieren. Nur wird ihm ein Angreifer fehlen, auf den er am vergangenen Sonntag noch zurückgreifen konnte. Es ist der Stürmer, der gesetzt ist für die nächsten Spiele, weil er einen guten Eindruck hinterlassen und ein Tor geschossen hat gegen den VfL Wolfsburg. Doch für den Uefa-Pokal ist Marko Pantelic gesperrt, weil er mit seinem alten Klub Roter Stern Belgrad in dieser Saison bereits in der Uefa-Cup- Qualifikation gespielt hat.

Für zwei andere Stürmer wird sich also eine Chance bieten. Sie können zeigen, dass sie gut sind und Spielzeit in der Bundesliga verdienen. Wenn sie ihre Chance nicht nutzen, dann ist es wahrscheinlich, dass Götz wieder sein in der vergangenen Saison favorisiertes System spielen lässt. Mit fünf Mittelfeldspielern und nur einer Spitze. Dafür braucht Götz Yildiray Bastürk. Und der offensive Mittelfeldspieler ist zurück. Nach seiner Innenbanddehnung nahm er gestern wieder am Mannschaftstraining teil.

Trotzdem wird Götz den 26-Jährigen in Nikosia zunächst wohl auf der Bank sitzen lassen, um ihn nur dann einzuwechseln, wenn es nicht gut läuft für die Berliner. Dass der starke Bastürk für das Spiel am Sonntag bei Schalke 04 ausgeruht ist, dürfte für Hertha von großer Wichtigkeit sein. So werden Solomon Okoronkwo und Nando Rafael in Nikosia wahrscheinlich von Beginn an spielen. „Für Solomon lief es noch nicht so rund, aber er ist noch jung und bekommt auch in Zukunft Spielpraxis“, sagte Götz nach Herthas Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Der 18-Jährige war nach seinem ersten Bundesligaspiel im Olympiastadion nicht zufrieden mit sich. „Ich kann mehr“, sagte er. An der Aufregung wegen der vielen Zuschauer habe es aber nicht gelegen, dass er etwas unglücklich agierte. „In der nigerianischen Liga habe ich schon vor 50 000 gespielt.“

Die schlechtesten Chancen auf Spielzeit unter Herthas Angreifern hat Artur Wichniarek. Das sieht auch Andreas Neuendorf so. Wichniarek musste vor ein paar Tagen nach einem Allergie-Schock Cortison von einem Notarzt gespritzt werden, Cortison steht auf der Dopingliste. Dass er trotzdem im Uefa-Cup spielen darf, weil er die Medikation unbedingt gebraucht hatte, bekam der Stürmer gestern mitgeteilt. „Na und?“, sagte Neuendorf und grinste dabei Wichniarek an. „Der wird doch sowieso nicht spielen.“

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