Sport : Stürmische Vorbereitung

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Berlin. Ausgerechnet einen Tag vor dem Start der Internationalen Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften für Behinderte hatte der Sturm losbrechen müssen. „Jetzt sind alle Vorbereitungen der vergangenen Woche zunichte“, sagte Thomas Hartl, Sprecher des Berliner Verbandes. Die Hochsprunganlage in Trümmern, das Netz um den Diskusring herunter gerissen, Bäume auf dem Vorplatz des Friedrich-Jahn-Stadions entwurzelt. Und der Countdown läuft: Am Freitagmorgen um zehn Uhr beginnen die Wettkämpfe. Die Meisterschaften im Stadion in Prenzlauer Berg sind die größten, die es in Deutschland jemals gegeben hat. 500 Teilnehmer aus 19 Nationen werden anreisen. Darunter 31 Goldmedaillengewinner der Paralympics von Sidney.

Wie Deutschland mit seiner 40-köpfigen Mannschaft unter Bundestrainer Ralf Otto treten auch Polen, Tschechien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Neuseeland mit der kompletten Nationalriege an. Für sie ist dieser Wettkampf der letzte Test vor den Weltmeisterschaften, die in zwei Wochen in Lille, Frankreich, beginnen werden. Um die Qualität der Deutschen Meisterschaft zu steigern, habe der Bundesverband den Termin absichtlich so gelegt, sagte Thomas Hartl.

Die bekannteste Teilnehmerin wird die Australierin Louise Sauvage sein. In Sydney hatte die Sportlerin im Rennrollstuhl die Olympische Flamme entzündet und danach zwei Goldmedaillen geholt. Ihre schärfste Konkurrentin, Chantal Petitclerc aus Kanada, tritt ebenfalls an. Bei den Sprintdisziplinen hat sich der fünfmalige Goldmedaillengewinner Tim Sullivans aus Australien gemeldet.

Aus der Riege der deutschen Paralympicsteilnehmer werden sechs Athleten am Start sein: die Weitspringerin Catherine Bader-Bille, die Speerwerfer Siegmund Hegeholz und Sven Solbrig, die Kugelstoßerin Michaela Daamen, die Diskuswerferin Birgit Pohl und die aus Berlin stammende Marianne Buggenhagen, die sowohl beim Kugelstoßen als auch beim Diskuswurf antritt.

Unterteilt sind die Wettbewerbe der Disziplinen Wurf, Sprung und Sprint in Einzelwertungen für die fünf so genannten Schadensklassen: für Athleten mit Sehbehinderungen, mit geistiger Behinderung, mit Hirnschädigungen, mit Amputationen und Rückenmarkschädigungen.

Wer sich die Wettbewerbe ansehen möchte: Der Eintritt ins Stadion ist frei. Die große Eröffnungsfeier beginnt am Samstag um 13 Uhr 30. Dann sind die Sturmschäden auf jeden Fall beseitigt, hat Organisator Hartl versprochen. Christine-Felice Röhrs

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