Sport : Sturm an Bord

Hartmut Moheit

hofft auf mehr Ruhe im deutschen America’s-Cup-Team Damit kein Missverständnis aufkommt: Der 32. America’s Cup findet 2007 statt. Die derzeit laufenden Vorregatten sind nicht mehr als die Chance, sich für den Kampf um die älteste Segeltrophäe der Welt vor Valencia vorzubereiten. Siege zeigen, dass man im Vergleich zur Konkurrenz einen Vorsprung hat, Niederlagen decken die Mängel auf. Zudem gilt es, aus vielen erstklassigen Seglern eine verschworene Crew zu formen.

Dass allein die investierten Millionen, das seglerische Vermögen oder der Star am Steuer letztlich den Erfolg nicht bringen, hat der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann erfahren müssen. Mit „Fast 2000“ war der Berliner zunächst einmal gescheitert, mit dem zweiten Projekt in der Schweiz aber, der „Alinghi“, 2003 als großer Sieger heimgekehrt.

Davon träumen nun auch erstmals die Deutschen. Sie haben mit dem Dänen Jesper Bank einen zweimaligen Olympiasieger als Leitfigur angeheuert, den einstigen Gegner von Schümann in der Soling-Klasse. Aber die Euphorie bekommt immer wieder Dämpfer. Vor allem die Grundlagen scheinen nicht zu stimmen: zu wenig Fachpersonal, zu viele Hilfskräfte, Verzögerung beim Bau der neuen Rennyacht, zähe Entscheidungsfindung, fehlender Durchbruch beim Marketing, verspätete Gehaltszahlungen, interne Machtkämpfe. Das wiegt schwerer als Niederlagen in den Vorregatten.

Noch ist Zeit, das alles zu korrigieren. 2007 sollte für die Deutschen nur eine Teilnahme zum Lernen sein. Alles, was bis dahin passt, wäre ein Vorteil für den America’s Cup danach.

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