Stuttgart - Hertha 1:2 : Sandro Wagner - gekommen, getroffen, gegangen

Herthas Ersatzstürmer Sandro Wagner köpft Hertha BSC in Stuttgart zum 2:1-Sieg, kann sich aber nur kurz über seinen Treffer freuen.

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Den Kopf einschalten! Hier funktionierte Sandro Wagner noch exzellent.
Den Kopf einschalten! Hier funktionierte Sandro Wagner noch exzellent.Foto: dpa

Zwei Minuten vor dem regulären Ende schraubte Sandro Wagner seine 194 Körperzentimeter in die Höhe und wuchte den Ball mit dem Kopf in das Stuttgarter Tor. Es war das Tor, das am Ende den Berlinern einen glücklichen 2:1 (1:1)-Sieg schenkte. Entsprechend fiel sein Jubel aus. Doch bevor das Spiel endgültig aus war, brachte der spät eingewechselte Wagner das Kunststück fertig, innerhalb von wenigen Sekunden zwei Gelbe Karten zu sehen, was in der Addition einen Platzverweis nach sich zog. Herthas Trainer war ihm dennoch nicht böse. „Entscheidend ist, dass er heute unser Matchwinner war“, sagte Jos Luhukay. Mit diesem Sieg rücken die Berliner wieder auf Tabellenplatz sieben vor.

Dass mit Hertha BSC auswärts immer zu rechnen ist, hat sich in der Bundesliga mittlerweile herum gesprochen. Vier der letzten fünf Auswärtsspiele gewannen die Berliner. Doch in Stuttgart sah es lange Zeit nicht danach aus. Nachdem Lewan Kobiaschwili nach fünf Minuten zur Führung für die Berliner getroffen hatte, gab Luhukays Team die Spielkontrolle aus der Hand und verpasste ein entscheidendes zweites Tor. Noch vor dem Pausenpfiff glich Arthur Boka für die Stuttgarter vor 45.700 Zuschauer aus.

Die verunsicherten Stuttgarter ließen der Hertha zunächst viel Platz, und die Berliner nutzten die Räume, wenn es sich anbot und zogen sich zurück, wenn es nötig war. Zumindest in der ersten halben Stunde schien das ein perfekter Matchplan zu sein. Kobiaschwili gelang mit seinem ersten Saisontor das 1:0, Adrian Ramos hatte ihm unfreiwillig aufgelegt. Danach deutete wenig darauf hin, das Spiel könnte den Berlinern noch einmal entgleiten. Sie kontrollierten Ball und Gegner.

Nach Bokas Tor verschoben sich die Kräfteverhältnisse

Dass die Spielkontrolle gefährlich in Richtung Spielverwaltung abrutschte, spürte Herthas Trainer als einer der Ersten. Es wurde dem Niederländer zu ruhig auf dem Rasen. Er tauchte nach 25 Minuten oft an der Seitenlinie auf und rief Anweisungen aufs Spielfeld. Seine Mannschaft gab den Vorteil trotz der Warnungen, den Gegner weiter unter Druck zu setzen, aus der Hand. Das hatte fatale Folgen. So wenig der Eindruck entstand, Hertha BSC könnte die Spielkontrolle entgleiten, so wenig vermittelte der VfB den Eindruck, eine Gefahr zu bedeuten. Trotzdem traf Boka nach einer Ecke und einer unglücklichen Abwehr von Herthas Torwart Thomas Kraft zum Ausgleich.

Bis auf Martin Harniks Chance, die Kraft nach zehn Minuten gekonnt entschärfte, hatte der VfB bis dahin Nichts zustande gebracht. Doch irgendwie kamen die Stuttgarter mit fortlaufender Zeit besser ins Spiel. Die Berliner gerieten ihrerseits zusehens unter Druck, Mitte der zweiten Hälfte hatten sich die Kräfteverhältnisse verschoben.

Die Berliner gingen jetzt zwar mit mehr Engagement zu Werke, aber das taten auch die Stuttgarter. Nach einer Stunde unterlief Hajime Hosogai nach einem Schuss von Timo Werner ein Handspiel im eigenen Strafraum. Der fällige Elfmeterpfiff unterblieb. Hertha hatte Glück in dem Moment und verlegte sich auf Konter, die gefährlich blieben. Ramos vergab einmal kläglich, Tolga Cigerci ließ sich etwas später auf dem rechten Flügel abdrängen, obwohl in der Mitte zwei Mitspieler warteten. Zwanzig Minuten vor dem Ende landete ein weiterer Schuss von Cigerci in den Armen von Stuttgarts Torwart Sven Ulreich. Allerdings musste sich Hertha der Attacken der Stuttgarter erwehren. Luhukays Team, das Per Skjelbred wegen eines Infekts ersetzen musste, spielte die meisten Konter nicht konsequent genug zu Ende. Schließlich wechselte Luhukay in Wagner, der für den schwachen Nico Schulz kam, kurz vor Ende den Sieg ein.

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