Stuttgart - Karlsruhe : Gefahr nur bei An- und Abfahrt

Die meisten badischen Zuschauer wollten sich das traurige Ende gar nicht mehr anschauen und verließen das Wildparkstadion schon vor dem Abpfiff. Es stand 0:2 und es war klar, für den KSC wird es immer schwerer, doch noch den Klassenerhalt zu schaffen.

Oliver Trust

Karlsruhe Zu ernüchternd schlecht ist die Ausbeute vor dem Tor. Keine Mannschaft hat weniger getroffen als der KSC mit seinen erst 18 Toren nach 22 Spielen. Der Gegner aus Stuttgart führte vor wie man es besser macht, ohne dabei besonders zu glänzen. Vor 29252 Zuschauern schossen Elson und Sami Khedira die Tore für biedere, aber effektive Schwaben, die nach dem Aus im Uefa-Cup gegen St. Petersburg nun wenigstens auf die erneute Qualifikation hoffen können.

Die größte Aufregung gab es aber vor und nach der Partie. Erst mit 15 Minuten Verspätung wurde die Begegnung angepfiffen weil 200 Fans des KSC die Anfahrt des VfB-Mannschaftsbusses kurz vor dem Stadion blockierten. Mit zwei Dellen in der Fahrertür und reichlich Verspätung kam der VfB erst eine Dreiviertelstunde vor dem eigentlichen Spielbeginn an. Trotz Polizeieinsatzes musste der Bus wenden und einen Umweg fahren. Auch nach Spielende behinderten die heimischen Fans die Abfahrt des Gäste-Busses.

Das waren aber auch die einzigen Probleme der Stuttgarter. „Hoch zufrieden“ war Trainer Markus Babbel. „In der zweiten Hälfte haben wir wieder Fußball gespielt, in der ersten Hälfte war mir das zu viel Kampf.“ Anders sah das bei KSC- Trainer Edmund Becker aus: „Unser Spiel zum Tor des Gegners sieht derzeit wenig druckvoll aus. Dieses 0:2 ist für uns sehr ernüchternd. Wir müssen uns in bestimmten Bereichen steigern, sonst können wir die erste Liga nicht erhalten.“

Schon nach zehn Minuten wäre ein Elfmeter fällig gewesen als Ludovic Magnin über einige Meter so sehr am Trikot von Sebastian Freis zog, bis der im Strafraum stürzte. Schiedsrichter Felix Brych pfiff nicht, was erstens verdient gewesen wäre und zweitens dem Spiel gut getan hätte. Bis zur Pause boten beide ein äußerst schwaches Derby. Der VfB Stuttgart hatte sein halbes Mittelfeld ausgetauscht, es dauerte aber bis weit in die zweite Hälfte, ehe sich das auszahlte. Die Routiniers Jan Simak, Thomas Hitzlsperger und Roberto Hilpert saßen lange auf der Bank, dafür spielten Timo Gebhardt und Georg Niedermeier.

Genau zwei Chancen hatte der VfB in Halbzeit eins, beides Distanzschüsse. Zuerst traf Marica nach einer halben Stunde den Pfosten, dann Martin Lanig die Latte des KSC-Tores. Erst kurz nach der Pause fiel die Führung für die Stuttgarter: Nach einem Pass von Mario Gomez spielte sich Marica bis zur Grundlinie durch und spielte den Ball parallel zur Torlinie wo Elson wartete. Nur mit Mühe bekam der Brasilianer den Ball unter Kontrolle, konnte aber aus kurzer Entfernung einschieben. Kurz vor dem Abpfiff schloss Khedira einen Konter nach einer tollen Einzeilleistung im Nachschuss zum 0:2 ab.

Bundestrainer Joachim Löw, der auf ein „glasklares Unentschieden“ getippt hatte, sah mit an, wie der KSC sein sechstes Heimspiel verlor. 

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