Stuttgart unterliegt Dortmund 2:3 : Der VfB zementiert den letzten Platz

Nach dem 2:3 des VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund trennen sich die Wege der beiden Klubs: Stuttgart bleibt Letzter, Dortmund springt auf Platz zehn.

von
Die Entscheidung: Marco Reus trifft nach einem katastrophalen Fehlpass zum 3:1 für Borussia Dortmund. Foto: dpa
Die Entscheidung: Marco Reus trifft nach einem katastrophalen Fehlpass zum 3:1 für Borussia Dortmund.Foto: dpa

Es gab eine Szene in der zweiten Halbzeit, da versuchte der Stuttgarter Abwehrspieler Sakai aus 20 Metern auf das Tor zu schießen. Der Ball aber flog ganz woanders hin, nämlich hoch in die Luft und weit in Richtung Eckfahne. Noch nicht einmal bis zur Torauslinie schaffte es dieser Schuss, irgendwann fiel der Ball im Spielfeld wieder zu Boden. Es war bezeichnend für die traurige Leistung, die der VfB Stuttgart am Freitagabend beim 2:3 (1:2) gegen Borussia Dortmund bot. Wieder einmal erwies sich der VfB Stuttgart als überfordert. Der Tabellenletzte verlor sein achtes Heimspiel und taumelt emotionslos dem zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte entgegen.

Fünf Tage vor dem Achtelfinal-Duell bei Juventus Turin reichte eine durchschnittliche Leistung von Borussia Dortmund, um vor 60 000 Zuschauern zu gewinnen. Pierre-Emerick Aubameyang, Ilkay Gündogan und Marco Reus erzielten die Tore für den BVB, Florian Klein schoss den zwischenzeitlichen Ausgleich per Elfmeter nach einem Foul von Nuri Sahin an Georg Niedermeier. Obwohl Sahin eine klare Torchance verhinderte, entschied sich Schiedsrichter Deniz Aytekin gegen einen möglichen Platzverweis. Niedermeier sorgte in der Nachspielzeit für das 2:3 per Kopf.

Stuttgarts Trainer Huub Stevens gerät weiter unter Druck

In Stuttgart gerät derweil Trainer Huub Stevens, nach dem zwölften Spieltag als Retter für Armin Veh geholt, weiter unter Druck. Selbst ein erneuter Trainerwechsel scheint nun nicht mehr ausgeschlossen.

Der einzige Stuttgarter, mit dem die Dortmunder in der ersten halben Stunde Probleme hatten, war der Mann mit dem blonden Haarstreifen und dem entschlossenen Zweikampfverhalten: Serey Die, für 500 000 Euro vom FC Basel gekommen und erst seit einigen Tagen in Stuttgart. Positive Energie hatte sich Stuttgarts Coach Stevens von ihm erhofft. Und die bekam sein Team. Es wirkte wie ein Weckruf als Die nach Zweikämpfen Gegenangriffe einleitete und damit einer ansonsten überforderten Mannschaft so etwas wie Mut einhauchte.

Zuvor hatte der BVB das Spiel derart dominiert, das vom Stuttgarter Publikum erste Unmutsäußerungen zu hören waren. Zweimal hatte VfB-Torwart Sven Ulreich pariert, bevor Aubameyang das erste Mal traf, allerdings aus einer Abseitsposition. Zehn Minuten später führte der BVB regelkonform. Marco Reus und Shinji Kagawa spielten sich durch die zögerliche VfB-Abwehr, Aubameyang schob den Ball ein.

Dann gelang den Stuttgartern der Ausgleich, was zugleich für Diskussionen sorgte. Denn Sahin foulte Niedermeier als der kurz vor der Linie einschießen wollte. Klein verwandelte den Elfmeter. Nach 586 Minuten hatte der VfB wieder ein Heim-Tor erzielt. Sieben Minuten hielt das Remis, bis Gündogan durch die VfB-Abwehr spazierte und das 2:1 erzielte.

Aus dem Stuttgarter Mittelfeld kamen – abgesehen von Die – keine Impulse. Die Dortmunder führten, obwohl sie viele Angriffe mit zu vielen ungenauen Zuspielen verkomplizierten. Glanzvollen Fußball vergangener Tage zeigte der BVB noch nicht, der Patient aus Westfalen aber ist weiter auf dem Weg der Genesung. Was der VfB zeigte war schlicht zu wenig, um die Dortmunder Serie mit nun drei Siegen in Serie zu unterbrechen. Stuttgart war – vor allem im Spiel nach vorne – erschreckend harmlos. Stevens saß, seine Hände wie zum Gebet haltend, regungslos auf seinem Sitz.

In der zweiten Hälfte kontrollierte weiter die Borussia die Begegnung, ohne gefordert zu werden. Es reichten ein paar Pässe im Mittelfeld und ab und zu ein steiler Pass nach vorne. Von den Stuttgartern, das spürten die Westfalen nach wenigen Minuten, kam keine Gegenwehr. Die Schwaben spielten vor sich hin, als ginge es darum, schlicht Anwesenheit nachzuweisen.

1 Kommentar

Neuester Kommentar