Stuttgarter Doppelschlag : Gomez und Veh zum Top-Gespann der Bundesliga gewählt

Bereits nach seiner ersten Saison als Stammspieler ist der Stuttgarter Stürmer Mario Gomez zum Fußballer des Jahres gewählt worden. Sein Trainer Armin Veh gewann den Titel als bester Trainer mit großem Abstand vor dem zweitplatzierten Hans Meyer.

Marc Zeilhofer[dpa]
Mario Gomez
Mario Gomez ist der erste Stuttgarter Fußballer des Jahres seit Jürgen Klinsmann 1988. -Foto: dpa

Stuttgart/NürnbergDer deutsche Meister VfB Stuttgart hat bereits vor dem Bundesliga-Auftakt zwei weitere Titel gewonnen. Mario Gomez wurde zum Fußballer des Jahres, Armin Veh zum Trainer der Saison 2006/07 gewählt. Der Torjäger und Senkrechtstarter der vergangenen Saison setzte sich in der traditionellen Journalistenwahl des Fachmagazins "kicker" mit 196 Stimmen vor Werder Bremens Spielmacher Diego (175) und Bernd Schneider (Bayer Leverkusen/156) durch. Veh gewann mit 449 Stimmen vor Hans Meyer vom Pokalsieger 1. FC Nürnberg (221). Noch deutlicher setzte sich zum siebten Mal hintereinander Birgit Prinz vom 1. FFC Frankfurt mit 398 Stimmen vor ihrer Vereinskollegin Renate Lingor (85) durch.

Gomez, der vor dem Bundesliga-Start am Freitag (20.30 Uhr/ARD und Premiere) gegen Vizemeister Schalke 04 wegen andauernder Oberschenkel-Probleme weiter um seinen Einsatz bangt, ist der erste Stuttgarter Fußballer des Jahres seit Jürgen Klinsmann 1988. Der 22 Jahre alte Deutsch-Spanier hatte in der vergangenen Saison mit 14 Toren maßgeblichen Anteil an der fünften Meisterschaft des VfB - obwohl ihn ein Innenbandriss im Knie im März zwei Monate außer Gefecht gesetzt hatte. "Das wird eine schwierige Saison. Aber ich bin extrem heiß", sagte Gomez. Er weiß, dass die Bestätigung seiner Leistungen ein schweres Unterfangen wird.

Wechsel war für Gomez nie ein Thema

Bundestrainer Joachim Löw hat ihn für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz auf der Rechnung: "Ich bin froh, dass ich Waffen wie Gomez in der Hinterhand habe." Mit drei Treffern bei drei Einsätzen feierte der Stürmer ein erfolgreiches Debüt im Nationaltrikot. Die Begehrlichkeiten anderer Vereine - unter anderem buhlte Juventus Turin um die Dienste von Gomez - beantwortete der VfB mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung um ein Jahr bis 2012.

"Für mich war es nie ein Thema, den VfB zu verlassen. Ich habe erst mein erstes Jahr als Stammspieler hinter mir und freue mich darüber noch viel zu sehr, als dass ich mir über andere Dinge Gedanken machen müsste", sagte Gomez bescheiden. So oft es seine Zeit erlaubt, kehrt er zurück in seine Heimat im tiefsten Oberschwaben und trifft die alten Kumpels in Unlingen.

Veh: "So wichtig ist der Fußball auch nicht."

Veh änderte in nur einer Saison das ihm anhaftende Image des Zauderers. Nach seinem freiwilligen Rücktritt bei Hansa Rostock hatte die Karriere des 46-Jährigen eine kräftige Delle, ehe der damals neu berufene Teammanager Horst Heldt ihn im Februar 2006 als Nachfolger von Giovanni Trapattoni zum VfB holte. Gemeinsam krempelten sie das Team komplett um und setzten auf kombinationsfreudigen Offensivfußball.

"Ich kann mir absolut nicht vorstellen, mit einem anderen Trainer zusammenzuarbeiten", sagt Heldt über Veh. Der hat sich als gelernter Immobilienmakler auch im Profi-Geschäft eine gewisse Gelassenheit bewahrt und blickt gerne über den Tellerrand hinaus: "Ich hinterfrage die Dinge immer wieder, und dann merke ich: So wichtig ist der Fußball auch wieder nicht."

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