Stuttgarts Geisterspiel in Rom : In der Hand der Fans

Lazio Rom befürchtet vor dem Geisterspiel in der Europa League gegen VfB Stuttgart weitere Ausschreitungen seiner Anhänger.

Im Hinspiel in Stuttgart waren die Fans noch zugelassen. Lazio gewann 2:0.
Im Hinspiel in Stuttgart waren die Fans noch zugelassen. Lazio gewann 2:0.Foto: dpa

Für Fredi Bobic kommt das Auswärtsspiel gegen Lazio Rom einer Premiere gleich. Einer unschönen. Für den Manager des VfB Stuttgart wird das Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League zum ersten Geisterspiel seiner Karriere werden. „Ich habe nie selbst ein Geisterspiel bestritten und war auch nie bei einem dabei“, sagte Bobic vor dem Spiel am heutigen Donnerstagabend (21.05 Uhr, live bei Kabel 1 und Sky). Gleichzeitig bedauerte Bobic das Fehlen der eigenen Fans.

Wegen rassistischer Äußerungen seiner Anhänger, unter anderem im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach, war Lazio Rom zu zwei Geisterspielen im Europapokal und 40 000 Euro Strafe verurteilt worden. Der Einspruch gegen die Entscheidung wurde von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) am Montag endgültig abgelehnt. Auch die Bitten des VfB Stuttgart, wenigstens seine Fans zuzulassen, hatten keinen Erfolg.

Der italienische Erstligist fürchtet vor dem Achtelfinal-Rückspiel bei weiteren Verfehlungen nun sogar den Ausschluss aus dem Europapokal. Rund um das Olympiastadion werden am Donnerstagabend Fan-Proteste erwartet. „Beim nächsten Vorfall könnten sie uns sogar aus der Europa League werfen“, sagte Lazio-Präsident Claudio Lotito in der „La Gazzetta dello Sport“ mit Blick auf die Uefa.

Bereits vor der Entscheidung der Disziplinar-Kommission am Montag waren die Fans von Lazio Rom erneut unrühmlich in Erscheinung getreten. Während der Partie am Sonntag gegen den AC Florenz (0:2) hatten die Römer Uefa-Präsident Michel Platini mittels eines Plakats beleidigt. Für ein Spruchband mit der Aufschrift „Heysel, 29.05.85 – Du hattest die Kraft zu spielen. Vor 39 Toten die Unverschämtheit zu feiern. Platini, Schwein ohne Moral“ belegte die Serie A den Tabellensechsten mit einer Buße von 10 000 Euro. Bei der Katastrophe im Brüsseler Heysel-Stadion am 29. Mai 1985 vor dem Finale des Europapokals der Landesmeister zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool waren 39 Menschen zu Tode gekommen. Platini erzielte per Strafstoß den 1:0-Siegtreffer für Turin. (dpa)

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