Sport : Subventionieren erlaubt

Friedhard Teuffel über die Sportförderung in Berlin

Friedhard Teuffel

Gut für einige Berliner Bundesligavereine, dass es keine neoliberale Sportpolitik gibt. Sonst wären sie längst abgestiegen. Neoliberale Sportpolitik sähe so aus: Wer ohne Subventionen nicht überleben kann, hat im Wettbewerb nichts verloren. Gerade kleinere Klubs aus dem Wasserball, Badminton oder Tanzen aber bekommen in Berlin Fördergeld und spielen wahrscheinlich nur deshalb noch ganz oben mit.

Hängen sie also wie ein Patient am Tropf, sollte nicht der Hahn endlich zugedreht werden? Ihr Angebot findet am Markt schließlich nicht den nötigen Zuspruch bei Sponsoren, Zuschauern, Mitgliedern. Und wozu braucht eine Stadt 81 Mannschaften in der Ersten Liga?

Das muss die Berliner Politik nun entscheiden und ist dabei etwas befangen. Auf der Tribüne bei Alba oder den Füchsen in der Max-Schmeling-Halle sitzt es sich bequemer als beim Türkischen Ringer-Verein oder bei Weddings Wasserballern. Dabei haben die kleinen Vereine eine Besonderheit: Bei ihnen ist die Durchlässigkeit vom Breitensport zum Spitzensport besonders hoch. Was an der Spitze passiert, findet unten viel schneller ein Echo. Vorbilder aus der Bundesligamannschaft können in kleineren Sportarten manchmal sogar Trainingspartner für die Basis sein.

Viele Vereine in der Bundesliga zu haben, hat noch einen anderen Vorteil in einer Zeit sinkender Mitgliederzahlen und notwendiger Prävention durch Sport: Für Jugendliche ist der nächste Spitzenklub fast schon um die Ecke.

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