Super-Cup : Viel Fußball, wenig Schönes

Beim Super-Cup in Wolfsburg und beim Turnier in Gelsenkirchen testen die Bundesliga-Klubs ihre Form.

Christian Otto[Wolfsburg]
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Nachdem der neue Trainer Armin Veh mit dem VfL Wolfsburg ohne Ärger durch die Sommerpause der Fußball-Bundesliga gekommen ist, beendet der eigene Hauptsponsor am Montag (20.20 Uhr, live im ZDF) die geruhsame Zeit bei den Niedersachsen. Der Geldgeber in der Autostadt hat es so gewollt, denn er will den sogenannten Super-Cup als Duell zwischen dem Deutschen Meister und dem Pokalsieger wieder ganz groß rausbringen. „Beide Vereine haben dieses Spiel gewollt“, sagt Wolfsburgs Geschäftsführer Jürgen Marbach vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen. Dabei steht der VfL Wolfsburg unter strenger Beobachtung. Alle wollen wissen, ob der VfL nach dem Abschied des Erfolgstrainers und Managers Felix Magath noch ganz oben mitspielen kann. Die ersten Schritte ohne Magath hat Wolfsburg erfolgreich bewältigt. „Die Ruhe bei uns mag mancher als langweilig empfinden. Aber das Getöse ist bei den anderen Vereinen, und das ist gut so“, sagt Marbach. Was Magath mit Macht geschafft hat, versucht Veh mit einer klugen Mischung aus harter Arbeit und sozialer Kompetenz zu meistern.

Der Gegner des VfL hat mehr Sorgen. „Wir wollen wieder ganz oben mitspielen“, sagt Thomas Schaaf, der seine zehnte Bundesliga-Saison als Werder-Trainer nur auf dem zehnten Platz beenden konnte und nun etwas holprig in seine elfte Spielzeit geht. Die beiden treibenden Kräfte im Bremer Mittelfeld, die den zu Juventus Turin abgewanderten Diego ersetzen sollen, konnten noch nicht zueinanderfinden. Mesut Özil und Neuzugang Marko Marin haben nach dem EM-Titel mit der U-21-Nationalmannschaft und einem verlängerten Urlaub fast die gesamte Saisonvorbereitung verpasst. Die Mannschaft des SV Werder, die sich im Trainingslager im österreichischen Bad Waltersdorf auf die Saison vorbereitet, ist noch nicht komplett: Noch ist fraglich, ob Claudio Pizarro (Leihspieler des FC Chelsea) und Tim Borowski (Ex-Werder-Spieler in Diensten des FC Bayern München) künftig bei der Arbeit mithelfen.

Es werden viele Bremer Reservisten sein, die den Meister Wolfsburg heute herausfordern. Ob das Spiel ohne den großen sportlichen Wert für einen schönen Fußballabend taugt, wurde Thomas Schaaf gefragt, als er Bad Waltersdorf am Samstag verließ. „Natürlich. Wir freuen uns. Das ist eine tolle Partie“, sagte er mit seinem gewohnt ernsten Gesichtsausdruck. Irgendwie war der Mann nicht in der richtigen Stimmung, um super Werbung für diesen super Cup zu machen.

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