Super-Six-Turnier : Superboxer gesucht

Natürlich hat Boxweltmeister Arthur Abraham vor wenigen Tagen nicht unbedacht seinen WM-Titel nach Version des Verbandes IBF kampflos zurückgegeben. Der 29 Jahre alte Wahlberliner tat das mit der Aussicht, auch in der nächsthöheren Gewichtsklasse, dem Super-Mittelgewicht, sofort um einen Titel boxen zu dürfen.

Michael Rosentritt
287453_0_c6f3efbd.jpg
Punch gefragt. Arthur Abraham wird die Turnierserie eröffnen. Foto: ddpFoto: ddp

BerlinDas ermöglicht ihm ein 50-Millionen-Dollar-Plan, den sich vier Fernsehanstalten und fünf der einflussreichsten Box-Promotor haben einfallen lassen. „Das Super-Mittel ist gegenwärtig die spannendste Gewichtsklasse im Boxen. Und das Super-Six-Turnier wird reihenweise große Kämpfe garantieren“, sagte Ken Hershman am Montag in New York, wo im Madison Square Garden das Projekt offiziell vorgestellt wurde.

Ken Hershman ist General Manager des amerikanischen Pay-TV-Giganten „Showtime“, der federführend bei diesem Projekt ist. Der deutsche Partner ist die ARD, mit ins Boot steigen „Viasat“ (Dänemark) sowie „Sky“ aus Großbritannien. Im Einzelnen geht es darum, dass zwischen Oktober 2009 bis Frühjahr 2011 in Turnierform der beste Super-Mittelgewichtler der Welt ausgeboxt wird. Arthur Abraham, der nach zehn erfolgreichen Titelverteidigungen im Mittelgewicht eine Gewichtsklasse aufgestiegen ist, trifft im Oktober auf Jermain Taylor (30). Dem US-Profi gehörten schon einmal die Titel aller vier Verbände (WBA, WBC, IBF und WBO). Das war im Juli 2005, als der dem damaligen Superstar Bernard Hopkins (USA) die vier Titel im Mittelgewicht abnahm. Zuletzt aber hat Taylor seinen WBC-Titel im Super-Mittelgewicht an den Engländer Carl Froch verloren. Der 31-jährige Froch wird am Abend des Abraham-Kampfes parallel in den USA gegen den ungeschlagenen Andre Dirrel (26) boxen, der als große amerikanische Hoffnung gilt. Den dritten Kampf bestreiten Andre Ward (Olympiasieger von 2004) und Mikkel Kessler. Der 30 Jahre alte Däne Kessler ist WBA-Champion und gilt als einer der weltbesten Boxer. Seit ein paar Tagen ist Kessler sogar Stallkollege von Arthur Abraham. Dessen Promotor Wilfried Sauerland nahm Kessler neu unter Vertrag.

Diese Kämpfe sind die ersten der Vorrunde, in der jeder Boxer drei Kämpfe bestreitet. Das passiert im Wesentlichen nach dem Vorbild des „Ryder Cup“ im Golf (dem bekannten Erdteilvergleich zwischen Amerika und Europa). Die drei Europäer (Abraham, Kessler und Froch) werden jeweils zwei Amerikaner boxen und einen Kampf untereinander austragen. Jeder Boxer wird dabei Punkte sammeln. Für einen K.-o.-Sieg gibt es drei Punkte, für einen Punktsieg zwei, für ein Unentschieden einen Punkt. Die vier Punktbesten tragen dann das Halbfinale aus. Dabei trifft der Punktbeste der für jeden Boxer drei Kämpfe umfassenden Vorrunde auf den Vierten der Tabelle. Der Sieger des Finales wird dann Superchampion der Verbände WBC und WBA.

„Mit dieser Turnierform wollen wir den Boxfans gleich richtige Kämpfe bieten“, sagt Christian Meyer, Geschäftsführer von Sauerland-Event. „Das ist eine tolle Sache“, sagt Arthur Abraham. „Es war immer mein Ziel, gegen die besten Boxer der Welt anzutreten. Nun ist es endlich soweit.“ Arthur Abraham wird die Turnierserie mit einem Kampf gegen Taylor eröffnen. Vermutlich wird dieser Kampf am 10. Oktober in Berlin in der Arena am Ostbahnhof stattfinden. Bereits heute werden alle sechs Boxer und ihre Promoter in Berlin erwartet. Sie stellen das Projekt in Deutschland vor.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben