Supercup : Bayern und Dortmund taumeln in die Saison

Vor dem Supercup stecken der FC Bayern München und Borussia Dortmund in der Krise. Darf sich die Konkurrenz freuen - und damit auch die Fans? Ein Kommentar.

Hannes Hilbrecht
Neuzugang James Rodriquez fällt die nächsten Wochen verletzt aus.
Neuzugang James Rodriquez fällt die nächsten Wochen verletzt aus.Foto: Christof STACHE/AFP

In der Münchner Arena wurde es endlich mal laut, doch anders, als sich der Rekordmeister das gewünscht hat. Der FC Bayern wurde im Spiel um Platz drei bei einem Vorbereitungsturnier von den eigenen Fans ausgepfiffen. Wann hat es das schon mal gegeben? Drei Wochen vor Beginn der Bundesliga-Saison schlingern die Münchner wie betäubt durch die Vorbereitung. Es gab Niederlagen gegen Inter und AC Mailand, gegen Neapel und vor drei Tagen eine peinliche 0:3-Niederlage gegen Jürgen Klopps FC Liverpool. 0:4, 0:2, 0:3 und 0:2 – auf einmal sind es nicht die Gegner, sondern die Bayern selbst, die spüren, wie sich richtige Klatschen anfühlen.

Die Stimmung im Umfeld des Rekordmeisters ist gedrückt, die Euphorie des Transfers von James Rodriquez verflogen. Zumal der Kolumbianer die nächsten Wochen verletzt fehlen wird. Manche wittern schon eine klinsmannsche Problemsaison. Ein Führungsvakuum nach dem Lahm-Abschied, ein mauliger Lewandowski, ein Trainer, der sich einen anderen Co-Trainer gewünscht haben soll als Willy Sagnol, und eine Armada südamerikanischer Temperamentfußballer, die kicken können, aber manchmal auch die Kontrolle über sich selbst und das Spiel verlieren: Es gibt genug Probleme in München.

Dortmund geht es ähnlich

Das einzig Gute für die Bayern: Dem Rivalen aus Dortmund geht es vor dem Supercup am Samstag ähnlich. Nach Testspielniederlagen gegen mittelmäßige Teams aus Spanien und Italien sowie Peinlichkeiten in Tests gegen Essen und Bochum fühlen sich Dortmunder Spieler wie Mario Götze und auch die Vereinsgranden schon beflissen, den neuen Trainer Peter Bosz in der Öffentlichkeit zu loben. Zudem plagt die Borussen noch eine weitere Sorge – nämlich, dass nach dem Transfer von Neymar nach Paris nun Ousman Dembele per Express nach Barcelona wechseln könnte.

Das Leid der einen ist aber bekanntlich die Freude der anderen. Denn die Krise der beiden großen Klubs gibt Hoffnung, dass vielleicht mal wieder ein anderes Team den Titel holt. Zum Beispiel Leipzig oder Hoffenheim. Fraglich ist nur, wem der deutsche Fußballfan die Meisterschaft dann mehr gönnt.

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