Superstar Usain Bolt : „Ich will eine Legende werden“

04.08.2012 23:40 UhrVon Friedhard Teuffel, Robert Ide
  • Weit voraus. Usain Bolt dominiert die Konkurrenz von London im olympischen Endlauf über 100 Meter fast nach Belieben. Diesmal rennt er bis zum Ende mit voller Kraft durch. Foto: dpa
    Weit voraus. Usain Bolt dominiert die Konkurrenz von London im olympischen Endlauf über 100 Meter fast nach Belieben. Diesmal rennt er bis zum Ende mit voller Kraft durch. - Foto: dpa
  • Auch über die 200 Meter ist Bolt bei Olympia 2012 nicht zu schlagen. Seine Landsmänner Yohan Blake (r.) und Warren Weir machen den jamaikanischen Dreifach-Erfolg perfekt. Foto: dapd
    Auch über die 200 Meter ist Bolt bei Olympia 2012 nicht zu schlagen. Seine Landsmänner Yohan Blake (r.) und Warren Weir machen den jamaikanischen Dreifach-Erfolg perfekt. - Foto: dapd
  • Unter dem olympischen Feuer im Stadion von London kürt sich Bolt damit zum erfolgreichsten Sprinter aller Zeiten, noch nie schaffte ein Läufer zwei aufeinanderfolgenden Goldmedaillen in beiden Sprint-Disziplinen Foto: dapd
    Unter dem olympischen Feuer im Stadion von London kürt sich Bolt damit zum erfolgreichsten Sprinter aller Zeiten, noch nie schaffte ein Läufer zwei aufeinanderfolgenden... - Foto: dapd

Jamaikas Sprintstar Usain Bolt will seine Karriere bei den Olympischen Spielen in London krönen. Er ist davon überzeugt, dass er Zeiten für die Ewigkeit laufen kann – nur der ständige Trubel um seine Person nervt ihn manchmal sehr.

Der Wettkampf beginnt mit – einem Stolperer. Usain Bolt trifft die Bahn nicht richtig, er kommt nicht in Tritt und für ein paar Meter wirkt der Jamaikaner einmal wie ein gewöhnlicher Weltklasseläufer neben all den anderen im Stratford Stadium von London. Nach vierzig Metern löst er sich dann jedoch heraus und schlüpft wieder in seine Rolle, 80.000 Zuschauer jubeln, nicht schwer vorzustellen, dass sie vor allem ihn sehen wollten, selbst wenn es nur der Vorlauf ist.
Als Bolt dem Ziel näher kommt, haben seine Schritte wieder die Geschmeidigkeit, die seinen Laufstil auszeichnet. 10,09 Sekunden zeigt die Uhr an, eine Zahl zum Vergessen.

In der nächsten Runde wird alles wieder bei null anfangen und entscheidend ist für Bolt ohnehin nur, ob sein Körper derjenige sein wird, der an diesem Sonntag um kurz vor 23 Uhr deutscher Zeit als Erster über die Linie fliegt. Bolt hat etwas zu gewinnen, eine Goldmedaille wie jeder seiner Konkurrenten. Aber dazu noch einen Status. „Ich will eine Legende werden“, hat er als Karriereziel formuliert, und dafür möchte er seinen drei Olympiasiegen von Peking und seinen Weltrekorden noch mehr olympisches Gold hinzufügen.

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Bolt läuft nicht nur für sich, er läuft auch für Jamaika. Mit seinem gelb-grünen Shirt trägt er die Farben seines Landes, das am Montag den 50. Jahrestag seiner Unabhängigkeit feiert und schon jetzt in fiebriger Erwartung auf das Duell zwischen ihm und seinem heimischen Herausforderer Yohan Blake blickt, in rauschender Geschwindigkeit spazieren. Er tut das mit Stolz, wie er gerne mal erzählt: „Ich wusste, dass ich berühmt werden würde. In meiner Heimat hatten die Menschen mich schon vorher gefeiert.“ Bolt berichtet, dass er auf den heimischen Straßen zuweilen mit Sprechchören empfangen wurde. Als er dann weltweit bekannt wurde, mit seinen Wunderläufen bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking und bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 in Berlin, merkte er, dass die Verehrung für ihn nicht nur zu Hause überbordet. Was er dabei dachte, erzählte er etwa der britischen Sky-Journalisten Claire Bloomfield in einem Interview. Und was dachten Sie, Usain Bolt, als neuer Weltstar? „Oh, mein Gott, was ist jetzt los?“

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