Sport : Suspendierung statt Prügel

Steven Ruprecht akzeptiert seinen Rauswurf bei Union

Matthias Koch
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Ruprecht

Berlin - Eigentlich müsste man aus der leichten Komödie ein klassisches Drama machen, rund um zwei Männer und eine Frau, Liebe und Hass. Die Neufassung des Theaterstücks „Und niemals vergessen – Eisern Union!“ beschäftigt sich zwar mit der Stadion-Modernisierung des Berliner Drittligisten – das wirklich bühnenreife Thema der vergangenen Wochen beim 1. FC Union klammert es aber noch aus. Am Donnerstag suspendierte der Klub seinen Verteidiger Steven Ruprecht. Damit zog die sportliche Leitung die Konsequenzen aus Ruprechts Beziehung mit der Freundin seines Mitspielers Torsten Mattuschka. Im Winter kann der 21-jährige Ruprecht trotz eines Vertrages bis 2010 ablösepflichtig gehen.

„Um unsere Ziele zu erreichen, brauchen wir Dinge wie Teamfähigkeit, mannschaftliche Geschlossenheit und Vertrauen unter den Spielern“, sagt Unions Trainer Uwe Neuhaus zum Rauswurf seines Stammspielers. „Wenn ich diese Grundprinzipien gefährdet sehe, werde ich auch in Zukunft handeln.“

Der Coach hatte kürzlich noch gehofft, dass die Rivalen „professionelles Verhalten an den Tag legen, sobald sie die Kabine betreten“. Nun wird Ruprecht sogar verwehrt, sich in der zweiten Mannschaft fit zu halten. Rein rechtlich ist das anfechtbar. „Steven hat aber gar kein Interesse zum Training zu kommen, weil er dann von Spielern Prügel beziehen würde“, glaubt Unions Manager Christian Beeck. Ruprecht will das nicht kommentieren, bestätigte aber, nicht gegen das Trainingsverbot klagen zu wollen.

Für das heutige Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Erfurt hat die Suspendierung keine Konsequenzen, weil Ruprecht nach fünf Verwarnungen ohnehin gesperrt ist. Die Langzeitfolgen für beide Seiten sind jedoch höchst unerfreulich. Union verliert ein Talent aus der eigenen Jugend. Und Ruprecht muss den Verein verlassen, den seine ganze Familie anfeuert. „Die ganze Angelegenheit ist nicht schön. Aber aus der privaten wurde eine berufliche Angelegenheit“, sagt Beeck. „Stevens Ablösesumme ist reine Verhandlungssache.“Matthias Koch

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